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26.01.2007

14:28 Uhr

Special: „Investieren in Zukunftstechnologien“

Wind und Wetter fürs Depot

VonPetra Hoffknecht

Zukunftstechnologien bieten Investmentchancen auf den Märkten von morgen. Mit speziellen Aktien, Zertifikaten und Fonds können Anleger auch den Klimaschutz fördern. Wer in diesem Bereich investiert, sollte allerdings gute Nerven mitbringen.

Repower-Windkraftanlage vor der schottischen Nordseeküste. Foto: PR

Repower-Windkraftanlage vor der schottischen Nordseeküste. Foto: PR

FRANKFURT. Entweder der Winter ist zu warm oder Neuschnee lässt Süddeutschlands Straßen im Chaos versinken – in diesen Tagen reden alle vom Wetter. Auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos steht die Erderwärmung ganz oben auf der Agenda. Schließlich gelten sowohl der Klimawandel durch den zunehmenden Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) bei der Energiegewinnung als auch die schwindenden Vorräte fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle als eine der größten Herausforderungen für die Menschheit.

Die Relevanz dieses und anderer Zukunftsthemen für Investoren und die sich daraus ergebenden Anlagemöglichkeiten greift das Handelsblatt in einer sechsteiligen Anleger-Akademie unter dem Motto „Investieren in Zukunftstechnologien“ auf. Den Anfang machen Geldanlagen auf dem Gebiet Klima und erneuerbare Energien wie Sonne und Wind. Laut Nicolas Stern, dem früheren Chefökonomen der Weltbank, wird die globale Erwärmung ein Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aufzehren, wenn nicht sofort gehandelt wird. Experten zufolge ist die Klima-Entwicklung bedauerlicherweise nicht mehr zu stoppen, sie lässt sich aber verlangsamen und damit begrenzen.

Anleger können daran mitwirken und gleichzeitig verdienen, wenn sie in Aktien von erneuerbaren Energieunternehmen oder Firmen investieren, die Technologien zur CO2-Reduktion anbieten. Das geht über den Kauf von Einzelaktien, Fondsanteilen oder speziell zu diesem Themenkomplex aufgelegten Zertifikaten (siehe Infografiken).

Privatanleger befinden sich damit in bester Gesellschaft, denn auch professionelle Großinvestoren hat das Thema Klima bereits auf den Plan gerufen: Die Initiative Carbon Disclosure Project (CDP), ein Zusammenschluss von derzeit 221 internationalen Anlageprofis mit einem verwalteten Vermögen von umgerechnet 31 Bill. Euro, sammelt bei weltweit führenden Unternehmen Daten zu deren Emissionen und Klimaschutzstrategien und wertet diese aus. Anleger können dadurch gezielt die Klimaschutzaktivitäten eines Unternehmens als zusätzliches Investitionskriterium heranziehen. Je mehr Großanleger sich an der Initiative beteiligen, desto mehr Unternehmen werden ihre Daten offen legen oder verbessern. Vor allem dann, wenn sie merken, dass ihnen klimafreundliches Verhalten messbare Vorteile bringt. Die Enhanced Analytics Initiative (EAI), eine weitere Investoreninitiative mit einem verwalteten Kapital von 1,2 Bill. Euro, fördert Broker, die das Thema Klimawandel und Umweltschutz in ihren Finanzanalysen systematisch berücksichtigen.

Da Technologien zur Begrenzung des Klimawandels zunehmen, empfehlen beispielsweise auch die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt, den Klimawandel in die eigene Anlageentscheidung einzubauen. Für Privataktionäre sind als Beimischung im Depot insbesondere innovative Unternehmen interessant, die Lösungen für die Klimaproblematik anbieten, auf Ressourcenschonung achten oder neue Wege zur Ernergiegewinnung durch Sonne und Wind aufzeigen. Schließlich versprechen Lösungen zum Klimawandel ein hohes Innovations-, Wachstums- und Performancepotenzial, schreiben die Analysten des schweizerischen Finanzdienstleisters SAM in einer aktuellen Studie. Der Anteil von Wind und Sonne an der Weltenergieproduktion werde zunehmen.

Grundsätzlich gilt: Wer Rohstoffe effektiv nutzt, spart Kosten. Wer auf alternative Energiequellen setzt, macht sich vom Ölpreis unabhängig. Wer den Schadstoffausstoß reduziert, vermeidet Abgaben. Und wer Techniken für eine effizientere Produktion anbietet, erschließt sich neue Märkte und nutzt die Chancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben.

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