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27.06.2014

13:00 Uhr

Spezialbonds

Beste Erträge, von Regulatoren empfohlen

Mehr als neun Prozent Rendite: Die europäischen Bankenregulierer haben die Anleihen mit der höchsten Rendite in diesem Jahr erfunden. Was hinter den risikoreichen „CoCo-Bonds“ steckt und was Anleger wissen sollten.

Europäische Erfindung: Bedingte Pflichtwandelanleihen, sogenannte „CoCos“, brachten im vergangenen Jahr die meiste Rendite. Imago

Europäische Erfindung: Bedingte Pflichtwandelanleihen, sogenannte „CoCos“, brachten im vergangenen Jahr die meiste Rendite.

Die besten Erträge dieses Jahres warfen Anleihen ab, welche die europäischen Bankenregulierer erfunden haben. Die Rede ist von sogenannten „CoCos“. Dabei handelt es sich um neuartige bedingte Pflichtwandelanleihen, die begeben werden, um härtere Kapitalvorgaben zu erfüllen. Das soll dafür sorgen, dass die Rettung einer in Schieflage geratenen Bank die Investoren, und nicht die Steuerzahler belastet. Sie werden als zusätzliches Tier 1- Kapital (AT1) gewertet. Unter Bankanleihen sind sie am riskantesten, weil sie kein festes Fälligkeitsdatum haben, weil Zinszahlungen nicht garantiert sind und weil sie abgeschrieben oder in Aktien gewandelt werden können.

Diese riskantesten Emissionen europäischer Banken brachten höhere Erträge als der von Bank of America Merrill Lynch ermittelte Bond-Index, der 964 Papiere erfasst. Die Emittenten der in diesem Index gelisteten hochverzinslichen Wertpapiere reichen von der spanischen Abengoa is zur britischen William Hill Anleger erhielten darauf eine durchschnittliche Rendite von 5,86 Prozent. Die CoCos brachten hingegen 9,12 Prozent.

Banken platzierten in diesem Jahr CoCos im Volumen von rund 39 Milliarden Dollar, hat die Nachrichtenagentur Bloomberg errechnet. Damit erhöhte sich der Gesamtbestand der bedingten Pflichtwandelanleihen auf knapp 50 Milliarden Dollar. Die französische Société Générale und die britische Coventry Building Society begaben in der vergangenen Woche CoCos in Dollar und Pfund mit einem Volumen von über zwei Milliarden Dollar.

Gute Gesamterträge haben zusätzliches Kapital angezogen. Das hat dazu beigetragen, die Steuerzahler von Risiken zu entlasten – wie von den Regulatoren beabsichtigt“, sagt Chris Whitman, Leiter der weltweiten Risikosyndizierung bei der Deutschen Bank in London. „Die Instrumente bieten immer noch attraktive Kompensation für das tatsächliche Risikoniveau.“

Wie der High Yield Contingent Capital Index von Bank of America Merrill Lynch zeigt, fielen die Durchschnittsrenditen auf AT1-Bonds in diesem Jahr um 111 Basispunkte, oder gut einen Prozentpunkt, auf 5,87 Prozent gefallen. Die Erträge von Ramschanleihen europäischer Unternehmen sanken im selben Zeitraum um 69 Basispunkte auf 4,20 Prozent.

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