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11.04.2006

11:24 Uhr

Spielräume bei europäischer Megafusion

Kleinbörsen wittern Chance

VonRolf Benders

Die sich abzeichnende Fusion der Deutschen Börse und der französisch dominierten Euronext weckt bei den deutschen Regionalbörsen Hoffnung auf mehr Geschäft, vor allem mit Privatanlegern.

FRANKFURT. „Wenn Frankfurt tatsächlich nach Europa entschwindet, dann stehen wir bereit, ein Vakuum zu füllen“, sagt Dirk Elberskirch, Chef der Börse Düsseldorf. Elberskirch ist sicher, kleinere Unternehmen und Privatanleger würden sich in einer fusionierten Großbörse nicht wiederfinden und sich den Regionalbörsen zuwenden. „Für die Emittenten und die Privatanleger könnte die Nähe der Börse zum Markt dann immer wichtiger werden. Damit wollen wir punkten.“

Auch an einigen anderen der deutschen Regionalbörsen macht man sich Hoffnungen, von einer Fusion der beiden Schwergewichte zu profitieren. „Es dürfte eine weitere Trennung zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren geben“, erwartet Christine Bortenlänger, Vorstand der Münchener Börse. Den Kleinanleger könne man dann mit besonderen Dienstleistungen ansprechen. Dazu gehöre, dass er immer einen mindestens so guten Preis bei der Orderausführung bekomme wie auf dem liquidesten Referenzmarkt. Die Idee dahinter: Der Anleger braucht nicht mehrere Börsen mit ihren Kursen im Blick zu halten, wie es die Profiinvestoren tun.

Letztlich ist der Wettbewerb um Privatkunden auch eine Marketingschlacht. Der Name „Deutsche Börse“ für den Frankfurter Konzern gilt bis heute als gelungener Schachzug. Da wundert es nicht, dass die Börse Düsseldorf sich die Internetseite „volksboerse.de“ gesichert hat.

Allerdings kämpfen die sechs Regionalbörsen in der Auseinandersetzung mit dem Marktführer in einer anderen Gewichtsklasse. So werden über 90 Prozent des Handels mit deutschen Standardwerten über das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse in Frankfurt abgewickelt. Auch das Parkett in Frankfurt ist mit einem Anteil von über 50 Prozent des gesamten Parketthandels Marktführer im Geschäft mit Kleinanlegern – und sieht diese Position auch nicht in Gefahr. „Für Privatanleger ist der Börsenplatz Frankfurt heute und auch künftig die erste Wahl“, gibt sich eine Sprecherin in Frankfurt selbstbewusst.

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