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01.04.2014

16:44 Uhr

Staatsanleihen

440 Prozent mit Griechen-Bonds

Es geht voran: Die Papiere von Griechenland haben die besten Renditen in ganz Europa gebracht. Anleihen der ehemaligen Krisenstaaten sind begehrt. Auch Portugal steht bei vielen Anlegern hoch im Kurs.

Ein bisschen Rückenwind für Griechenland: Die Wirtschaft soll nach sieben langen Jahren wieder wachsen. dpa

Ein bisschen Rückenwind für Griechenland: Die Wirtschaft soll nach sieben langen Jahren wieder wachsen.

FrankfurtEnde des Jahres möchte Griechenland auf dem Anleihemarkt vier bis fünf Milliarden Euro einsammeln. Anleger fragen sich, ob sie investieren sollten. Anleihen von den ehemaligen Krisenländern sind am Markt derzeit gefragt. Griechische und portugiesische Staatsanleihen haben im ersten Quartal eine bessere Entwicklung genommen als die Bonds anderer Länder aus der Eurozone. Beide Staaten machten Fortschritte bei ihren Bemühungen, an die internationalen Finanzmärkte zurückzukehren.

Griechische Papiere schafften einen Ertrag von 23 Prozent – die beste Entwicklung unter den 34 Märkten, die von den Bloomberg-World-Bond-Indexes abgebildet werden. Gleich dahinter folgen die Staatsanleihen aus Portugal auf Rang zwei. Sie legten um zwölf Prozent zu. Portugal wird voraussichtlich im Mai sein Rettungsprogramm beenden können.

Griechenlands Wirtschaft wird 2014 wahrscheinlich erstmals seit sieben Jahren wieder wachsen, heißt es in einer aktuellen Prognose der Europäischen Kommission. Das Land will in diesem Monat erstmals wieder den Kapitalmarkt anzapfen, nachdem es im vergangenen Jahr einen Haushaltsüberschuss verbuchen konnte.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

Reformen beginnen, Früchte zu tragen

„Es steht außer Frage, dass der Verschuldungsgrad in diesen beiden Ländern noch immer hoch ist und dass noch viele Herausforderungen zu bewältigen sind“, sagt Richard McGuire, Chef für europäische Zinsstrategie bei Rabobank International in London. „Aber Investoren, die höhere Renditen wollen, belohnen sie für die Reformen, die sie durchgezogen haben und die nun beginnen, Früchte zu tragen.“

Investoren kehren an die Märkte für Festverzinsliche, Devisen und Derivate zurück. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass die Staatsschuldenkrise in der Eurozone, die zu einem Auseinanderbrechen der Währungsunion zu führen drohte, sich offenbar ihrem Ende zuneigt.

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, hatte versprochen, alles Nötige zur Bewahrung des Euro tun zu wollen. Er stellte dabei in Aussicht, unbegrenzt Anleihen von angeschlagenen Ländern aufzukaufen, wenn diese das beantragen. Wer am 26. Juli 2012, dem Tag der Draghi-Äußerungen, bei griechischen Staatspapieren eingestiegen wäre, hätte bis heute einen Ertrag von 439 Prozent erzielt. Das zeigen Indizes von der Bank of America Merrill Lynch.

Kommentare (7)

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01.04.2014, 17:00 Uhr

Neue Anleihen von einem Bankrotteur zeichnen, why not?!

Account gelöscht!

01.04.2014, 17:14 Uhr

Das sind die fetten Gewinne, die vom deutschen Steuerzahler garantiert und bezahlt werden ... so funktioniert die europ. Staats- und Bankenrettung. Doch davon kein Wort in dem HB-Artikel hier, stattdessen nicht nachvollziehbare Jubelmeldungen über das angebliche Ende der Krise.
Es ist wirklich nicht zu fassen!

Account gelöscht!

01.04.2014, 19:20 Uhr

Gerne hätte ich auch wieder eine 7-stellige Summe aus meinem Privatvermögen investiert !

Einzige Voraussetzung dafür wäre aber ein vorrangiges Pfandrecht auf alle im griechischen Staatsbesitz befindlichen Güter gewesen. Gerne auch schöne junge Helleninnen als Musen und Mätressen zur jederzeitigen Verfügung. Ich bin ja kein Unmensch, und auch kein Kostverächter. Aber der Klageweg wie zuletzt ist mir zu nervig. So einfach ist das. Over and out !

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