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18.06.2013

17:06 Uhr

Staatsanleihen

Asmussen warnt vor Turbulenzen an Zinsmärkten

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat weitere Reformen in Südeuropa angemahnt. Die verschuldeten Staaten müssten ihre Haushalte zügig sanieren. Sonst könnten die Anleihenmärkte erneut verrückt spielen.

Jörg Asmussen, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB). dpa

Jörg Asmussen, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB).

FrankfurtDie Krisenstaaten in der EU sollten zügig ihre Staatsfinanzen sanieren. Das hat Jörg Asmussen, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. Wenn Ländern wie Spanien oder Italien mehr Zeit dafür gegeben wird, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen, droht ein Wiederaufflammen der Turbulenzen an den Staatsanleihemärkten, warnte er bei einer Rede in Magdeburg.

„Ohne weitere Strukturreformen und zügige Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung kann es leicht zu erneuten Spannungen an den Staatsanleihenmärkten kommen”, sagte Asmussen. „Pause machen und Ausruhen ist keine wirkliche Option.”

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Von der Rezession betroffene Staaten hatten im Mai mehr Spielraum bei ihren Haushalten von der Europäischen Kommission erhalten. Sechs Quartale mit einem Rückgang der Wirtschafts-Leistung in der Eurozone und eine Jugendarbeitslosigkeit von 24 Prozent veranlassten Spanien und Frankreich, für die Erreichung ihrer Fiskalziele um zwei Extra-Jahre zu bitten.

„Gerade in Zeiten geringen Wachstums werden die Rufe nach etwas mehr Zeit und weniger Reformdruck laut”, sagte Asmussen. Die derzeitigen Diskussionen in der Europäischen Union, die zur Aufweichung der Vorgaben geführt haben, „sind hier nicht sonderlich hilfreich. Denn sie strecken den Zeitrahmen zur Budgetkonsolidierung in einigen Staaten ungerechtfertigt lang und mindern so den Reformdruck”.

Kommentare (38)

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Account gelöscht!

18.06.2013, 17:36 Uhr

Asmussen ist entweder kriminell naiv oder einer mit 5 Buchstaben beginnend mit "I". Er scheint wirklich zu glauben ClubMed würde die Zeit nutzen, um deutschen Maßstäben gerecht zu werden - was kulturell völlig ausgeschlossen ist. Er hat nichts verstanden und verteilt zunächst per Cantillon-Effekt und später durch die notwendigen Schuldenschnitte (oder alternativ Inflation) munter Rente und Ersparnisse der Deutschen im Billionenmassstab um in den Club Med, obwohl diese anhand der Vermögensstatistik völlig objektiv nachprüfbar, schon jetzt am meisten vom Euro profitiert haben.

Asmussen wäre für mich einer der ersten, die ich nach dem Zusammenbruch des Finanzbetrugssystems wegen seiner Beiträge bei der Deregulierung des Bankensektors und der Aushöhlung des EZB-Mandats vor Gericht stellen würde.

Account gelöscht!

18.06.2013, 17:38 Uhr

Also wenn die EZB-Politik durchdacht wirksam ist, dann brauchen wir keine Warnungen. Und wenn dem nicht so ist, dann brauchen wir neue EZB-Mitglieder, die ein besseres Ergebnis bringen.

Kein Grund fuer viel Diskussion, aber doch fuer Handlung. Jede EZB-Fehlentscheidung kostet dem Buerger sehr, sehr viel - sehr viel mehr als ein Asmussen ;-) Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob DER dies auch verstanden hat.

TomDerRammler

18.06.2013, 17:38 Uhr

Die verschuldeten Staaten müssten ihre Haushalte zügig sanieren
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Eher werden sich freirammelnde Karnickel dem Zölibat verschreiben, als dass sich auch nur einer der südländischen Bankrotteure ernsthaft und dauerhaft um Reformen bemühen wird. Wozu denn auch? Schließlich haben wir doch bewiesen, dass sogar das korrupte Zypern systemrelevant ist, wer sollte da noch an der eigenen alternativlosen Systemrelevanz zweifeln?
Also: Weiter so - heidewitzka, haut raus die Euronen, wir habens doch!

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