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29.01.2015

16:42 Uhr

Staatsanleihen

Ausverkauf bei Weißrussland-Bonds

Anleger haben am Donnerstag in Panik Staatsanleihen Weißrusslands verkauft. Präsident Alexander Lukaschenko hatte angekündigt, dass 2015 auslaufende Devisen-Anleihen umgeschuldet werden könnten.

Äußerungen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko werteten Börsianer als Versuch, Russland unter Druck zu setzen. dpa

Druck auf Russland

Äußerungen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko werteten Börsianer als Versuch, Russland unter Druck zu setzen.

FrankfurtAus Angst vor einem Zahlungsausfall Weißrusslands haben Anleger am Donnerstag in Panik Staatsanleihen des Landes verkauft. Dies vervierfachte die Rendite der im kommenden August auslaufenden Dollar-Bonds auf knapp 64 Prozent. Die Papiere, die 2018 fällig werden, rentierten bei 21,7 Prozent nach 12,6 Prozent am Vortag.

Präsident Alexander Lukaschenko hatte angekündigt, 2015 auslaufende Devisen-Anleihen umschulden zu wollen, sollte die Rückzahlung schwierig werden. In den kommenden Monaten werden Bonds im Volumen von vier Milliarden Dollar fällig. Das Finanzministerium betonte allerdings, dass Weißrussland über genügend Devisenreserven verfüge, um seine finanziellen Verpflichtungen 2015 zu erfüllen. Eine Umschuldung sei kein Thema.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

„Bislang gab es keine Hinweise darauf, dass Weißrussland Probleme bei der Rückzahlung hat“, sagte ein Fondsmanager. „Keine Ahnung, wo das plötzlich herkommt.“ Einige Börsianer werteten die Äußerungen als Versuch Lukaschenkos, Russland unter Druck zu setzen. Dessen Konzerne dominieren die weißrussische Wirtschaft. Der östliche Nachbar ist darüber hinaus der größte Gläubiger der Regierung in Minsk. Im Sog der russischen Wirtschaftskrise und dem Verfall des russischen Rubels wertete auch der weißrussische Rubel seit Dezember um rund ein Drittel ab.

Von

rtr

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