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21.06.2012

12:17 Uhr

Staatsanleihen

Bund-Future legt etwas zu

Im Zuge der spanischen Emission sind auch die Renditen für deutsche Anleihen gestiegen. Dafür sorgten aber auch Konjunkturdaten. Gefallen sind die Werte dagegen für französische und US-Papiere.

Die Märkte spekulieren auf Anleihenkäufe des ESM und EFSF. dapd

Die Märkte spekulieren auf Anleihenkäufe des ESM und EFSF.

FrankfurtDie deutschen Bundesanleihen haben heute wieder steigende Kurse verzeichnet. Vorläufige Konjunkturindikatoren aus der Euro-Zone signalisierten für Juni die fünfte Abschwächung in den Bereichen verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen in Folge.

Bei der mit Spannung erwarteten Anleiheauktion Spaniens musste das Land erheblich höhere Renditen bieten, konnte jedoch mit 2,22 Mrd. Euro das angestrebte Maximalvolumen von zwei Mrd. Euro übertreffen. Die Papiere mit den Fälligkeiten 2014, 2015 und 2017 waren jeweils mehr als dreifach überzeichnet.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt drei Basispunkte niedriger bei 1,58 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 36 Basispunkte auf 140,84 Prozent. Die Bund-Rendite hatte sich innerhalb von zwei Tagen um 20 Basispunkte erhöht und war am Mittwoch bis auf 1,64 Prozent geklettert.

Spanien-Emission: Madrid muss mehr für seine Bonds bezahlen

Spanien-Emission

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Spanien hat erfolgreich neue Anleihen am Kapitalmarkt platziert.

Spanien hat zweijährige Papiere mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,706 Prozent gegenüber 2,069 Prozent bei der vorhergehenden Auktion im März am Markt untergebracht. Die durchschnittliche Rendite der dreijährigen Papiere lag bei 5,547 Prozent gegenüber zur 4,876 Prozent. Die vierjährigen Anleihen kamen mit einer durchschnittlichen Rendite von 6,072 Prozent im Vergleich zu 4,96 Prozent an den Markt.

Im Vorfeld der Auktion waren die Renditen der spanischen Anleihen gesunken und behielten diese Tendenz auch danach bei. Die Rendite der zehnjährigen Spanien-Bonds lag zuletzt acht Basispunkte tiefer bei 6,62 Prozent. Die kritische Marke von 7,0 Prozent hatten die Bonds am Mittwoch hinter sich gelassen. Am Dienstag war die Rendite zeitweise bis auf 7,19 Prozent geklettert und erreichte damit einen Rekordwert für die Zeit seit der Euro-Einführung.

Musterschüler und Sitzenbleiber - so verschuldet sind die Euro-Länder

Platz 1

Das am höchsten verschuldete Land der Euro-Zone ist - wer hätte es gedacht - Griechenland. Bei satten 175 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegt die Schuldenquote des Mittelmeerlandes. Ein kleiner Lichtblick: Immerhin haben es die Griechen in den vergangenen Jahren geschafft, ihr extrem hohes Haushaltsdefizit zu drücken: Nahm die Regierung 2009 noch neue Kredite in Höhe von 15,6 Prozent des BIP auf, wird sich die Defizitquote im Jahr 2012 - nicht zuletzt dank europäischer Hilfe - auf 7,3 Prozent des BIP verringern.

Platz 2

Auf Platz zwei der am meisten verschuldeten Euro-Länder landet Italien. Mit 123 Prozent des BIP stehen die Italiener laut Eurostat in der Kreide. Die Märkte bestrafen das mit höheren Zinsen, die der Regierung von Premierminister Mario Monti das Leben schwer machen. Mit einem harten Sparkurs steuert Rom dem entgegen: Die Defizitquote sank von 5,4 Prozent im Jahr 2009 auf voraussichtlich 2,0 Prozent in diesem Jahr.

Platz 3

Irland hatte vor allem unter der Bankenkrise zu leiden. Weil das kleine Land seine Banken stützen musste, hat es einen Bruttoschuldenstand von 116,1 Prozent des BIP. Auch das Haushaltsdefizit des früheren keltischen Tigers war in der Folge beängstigend hoch und lag 2010 bei 31 Prozent des BIP. Inzwischen konnte die Regierung das Defizit auf 8,3 Prozent senken - was immer noch deutlich zu hoch ist.

Platz 4

Genau wie Griechenland und Irland musste sich auch Portugal unter den Rettungsschirm flüchten. Das Land ächzt unter einer Schuldenquote von 113,9 Prozent der BIP. Auf Druck der EU reduzierten die Portugiesen ihr Haushaltsdefizit in den vergangenen Jahren deutlich: Waren es 2009 noch 10,2 Prozent des BIP, wird die Defizitquote in diesem Jahr voraussichtlich auf 4,7 Prozent sinken.

Platz 5

Auch Belgiens Schuldenquote hat mit 113,9 Prozent vom BIP eine kritische Höhe erreicht. Bei Haushaltsdefizit hingegen sehen die Belgier inzwischen wieder ganz gut aus: Nach satten 10,2 Prozent im Jahr 2009 werden sie die in den Maastricht-Kriterien festgelegte Defizitquote von drei Prozent in diesem Jahr vorrausichtlich exakt einhalten.

Platz 6

Deutschlands Nachbarland Frankreich hat eine Verschuldungsquote von 90,5 Prozent des BIP. Ökonomen halten diese Schuldenlast für gerade noch tragbar, die Maastricht-Kriterien hingegen verletzen die Franzosen deutlich: Sie sehen eine Quote von höchstens 60 Prozent vor. Auch das französische Haushaltsdefizit ist mit 4,5 Prozent vom BIP im Jahr 2012 zu hoch.

Platz 7

Auch Deutschland, das sich gerne als Musterschüler der Euro-Zone sieht, drückt eine hohe Schuldenlast: 81,2 Prozent beträgt die Bruttoschuldenquote im Jahr 2012 - zu hoch für Maastricht. Beim Haushaltsdefizit hingegen sieht Europas größte Volkswirtschaft inzwischen richtig gut aus: Eurostat schätzt, dass Schäubles Defizitquote in diesem Jahr nur noch bei 0,9 Prozent des BIP liegt - der zweitbeste Wert aller Euro-Staaten.

Platz 8

Das letzte Land, das Schutz unter dem Euro-Rettungsschirm suchte, war Spanien. Dabei ist die Bruttoschuldenquote der Iberer gar nicht so hoch: mit 80,9 Prozent liegt sie unter der von Deutschland. Deutlich zu hoch ist allerdings das Haushaltsdefizit Spaniens: Kredite in Höhe von 6,4 Prozent muss die konservative Regierung in diesem Jahr aufnehmen - weniger als im letzten Jahr (8,5 Prozent) aber immer noch zu viel.

Platz 9

Bei Zypern wird immer gemunkelt, dass das Land als nächstes unter den Rettungsschirm schlüpfen könnte. Den Inselstaat drückt eine Schuldenquote von 76,5 Prozent des BIP. Immerhin: Das Haushaltsdefizit konnten die Zyprioten spürbar reduzieren: Es sankt von 6,3 Prozent des BIP im Vorjahr auf 3,4 Prozent in diesem Jahr. Die Maastricht-Grenze ist damit wieder in Reichweite.

Platz 10

Die Mittelmeerinsel Malta weist eine Bruttoverschuldungsquote von 74,8 Prozent des BIP auf. Im europäischen Vergleich reicht das für Platz zehn. Das Haushaltsdefizit von Malta bewegt sich innerhalb der Maastricht-Kriterien und wird in diesem Jahr voraussichtlich bei 2,6 Prozent liegen.

Platz 11

Deutschlands südlicher Nachbar Österreich weist eine Verschuldungsquote von 74,2 Prozent des BIP auf - Platz elf in Europa. Auch das Haushaltsdefizitdefizit der Alpenrepublik ist mit aktuell drei Prozent vom BIP vergleichsweise gering. Im Jahr 2011 hatte es mit 2,6 Prozent sogar noch niedriger gelegen.

Platz 12

Die Niederlande gelten ähnlich wie Deutschland als Verfechter einer strengen Haushaltspolitik. Das macht sich bemerkbar: Die Verschuldungsquote liegt bei nur 70,1 Prozent vom BIP. Weniger erfolgreich haben die Niederländer in den vergangen Jahren gewirtschaftet: Das Haushaltsdefizit lag 2009 bei 5,6 Prozent und hat sich danach nur leicht verringert. Im Jahr 2012 peilt die Regierung ein Defizit in Höhe von 4,4 Prozent des BIP an.

Platz 13

Slowenien ist das erste Land im Ranking, dessen Verschuldungsquote die Maastricht-Kriterien erfüllt: Sie liegt im Jahr 2012 bei 54,7 Prozent des BIP. Schlechter sieht es bei den Haushaltszahlen aus: Nach einen Defizit in Höhe von 6,4 Prozent des BIP im Jahr 2011 steuert die Regierung in diesem Jahr auf 4,3 Prozent zu. Die Gesamtverschuldung steigt also.

Platz 14

Ein Musterbeispiel für solide Haushaltsführung ist Finnland: Die Bruttoverschuldungsquote der Skandinavier liegt bei 50,5 Prozent und bewegt sich damit locker in dem Rahmen, den der Maastricht-Vertrag vorgibt. Auch die Haushaltszahlen können sich sehen lassen: In den vergangenen vier Jahren lag Finnlands Defizit nie über der Drei-Prozent-Marke. Im Jahr 2012 werden es nach Prognose von Eurostat gerade einmal 0,7 Prozent sein.

Platz 15

Auch die Slowakei weist eine niedrige Gesamtverschuldung auf: Die Bruttoverschuldungsquote liegt bei 49,7 Prozent des BIP. In den vergangen Jahren allerdings hatten die Slowaken zunehmend Probleme: Bei acht Prozent des BIP lag das Haushaltsdefizit im Jahr 2009, in diesem Jahr werden es laut Eurostat-Prognose 4,7 Prozent sein.

Platz 16

Geldsorgen sind in Luxemburg ein Fremdwort. Die Verschuldungsquote des Großherzogtums liegt bei niedrigen 20,3 Prozent. Der Regierung gelingt es in den meisten Jahren auch, mit den eingenommenen Steuermitteln auszukommen. In den vergangenen drei Jahren lag das Haushaltsdefizit stets unter einem Prozent des BIP. Die anvisierten 1,8 Prozent in diesem Jahr sind da schon ein Ausreißer nach oben.

Platz 17

Hätten Sie es gewusst? Der absolute Haushalts-Musterschüler der Euro-Zone ist Estland. Das baltische Land hat eine Gesamtverschuldung, die bei extrem niedrigen 10,4 Prozent des BIP liegt - ein echter Spitzenwert. 2010 und 2011 gelang es der Regierung sogar, einen kleinen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften. In diesem Jahr läuft es etwas schlechter: Voraussichtlich wird die Regierung Kredite in Höhe von 2,4 Prozent des BIP aufnehmen. Die Maastricht-Kriterien halten die Esten damit aber immer noch locker ein.

Frankreich ist ebenfalls am Markt aufgetreten und hat Anleihen mit Fälligkeit 2014, 2015,2016 und 2017 platziert. Das angestrebte Maximalvolumen von 8,50 Mrd. Euro wurde mit 8,432 Mrd. Euro nicht ganz erreicht. Die Renditen waren jeweils niedriger als bei den vorhergehenden Auktionen. Bei den zehnjährigen französischen Staatspapieren lag die Rendite zuletzt zwei Basispunkte niedriger bei 2,65 Prozent.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse ebenfalls gesunken. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries lag zuletzt einen Basispunkt niedriger bei 1,65 Prozent. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte am Vorabend die sogenannte Operation „Twist“ bis Ende des Jahres verlängert. Mit diesem Programm verlängert die Fed die durchschnittliche Laufzeit ihrer Anleihebestände, in dem sie Papiere mit kürzeren Laufzeiten verkauft und solche mit längeren Laufzeiten kauft. Das Volumen beträgt 267 Mrd. Dollar.

Notenbankchef Ben Bernanke signalisierte zudem weitere Maßnahmen, sollte sich die Lage am Arbeitsmarkt nicht verbessern. Die Fed senkte ihre Wachstumsprognose für die USA in diesem Jahr. Sie geht nun von einem Wachstum in der Bandbreite von 1,9 bis 2,4 Prozent aus, gegenüber 2,4 bis 2,9 Prozent in der Prognose vom April.

Kommentare (1)

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Gierig

21.06.2012, 14:35 Uhr

Während die Regierungen in der Krise jeden Cent zusammenkratzen, haben die Menschen in Deutschland erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen in Form von Geld und Immobilien angehäuft. Das entspricht den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder. Und manche Schätze sind da nicht mal eingerechnet.
Berlin - Es erscheint auf den ersten Blick unglaublich. Können die Deutschen wirklich so viel Vermögen angehäuft haben, wie die 27 EU-Staaten insgesamt an Staatsschulden? Das jedenfalls hat der Bundesverband Deutscher Banken heute behauptet - und verweist auf eine verblüffende Statistik.

Danach haben die Menschen in Deutschland tatsächlich mittlerweile erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen angehäuft, und das entspräche in der Tat den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder zusammen.
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,815440,00.html

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