Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2013

16:08 Uhr

Staatsanleihen

Bundesbank warnt vor Rückkehr der Schuldenkrise

Dreht die US-Notenbank den Geldhahn zu, könnte das in Europa gravierende Folgen haben, warnt Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel. Trotz kleiner Fortschritte der Euro-Staaten ist die Ansteckungsgefahr noch nicht gebannt.

Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel: „Das Risiko neuer Verwerfungen am Markt besteht noch immer.“ dpa

Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel: „Das Risiko neuer Verwerfungen am Markt besteht noch immer.“

FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat vor einem Wiederaufflammen der Euro-Staatsschuldenkrise gewarnt. „Obwohl es derzeit in einigen europäischen Ländern kleine Verbesserungen beim Wirtschaftswachstum gibt, besteht das Risiko neuer Verwerfungen am Markt für Staatsanleihen noch immer“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt.

Das Wachstum sei weiter gering, und die Reformen in den Krisenländern würden nur langsam umgesetzt. Auch die erwartete Drosselung der expansiven Geldpolitik in den USA könne zu Problemen auf europäischen Märkten führen.

Kritisch sieht Nagel, dass europäische Geschäftsbanken oft nur in Anleihen ihrer Heimatländer investieren würden. „Das verstärkt die Abhängigkeit zwischen Staaten und heimischer Finanzwirtschaft“, sagte der Notenbanker. Dieser Trend hin zur Renationalisierung berge enorme Ansteckungsrisiken und müsse genau beobachtet werden.

Nagel schlug vor, dass Banken einzelnen Ländern nur bis zu einem bestimmten Umfang Kredite geben dürfen sollten, um ihre Anhängigkeiten von einzelnen Schuldnern zu begrenzen. Mittelfristig müssten Staatsanleihen bei der Risikobewertung genauso behandelt werden wie Unternehmensanleihen: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Staatsanleihen keine risikofreie Anlage sind.“

Von

dpa

Kommentare (38)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.09.2013, 16:21 Uhr


Die US Notenbank dreht keinen Geldhahn zu. Vedammt zu QX.

Rechner

26.09.2013, 16:48 Uhr

O-Ton Bundesbank-Vorstand Nagel
----------------------------------
Mittelfristig müssten Staatsanleihen bei der Risikobewertung genauso behandelt werden wie Unternehmensanleihen: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Staatsanleihen keine risikofreie Anlage sind.“
----------------------------------

Endlich!

ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH!

Endlich kapiert 'mal jemand, daß die Ursache für die Staatsschuldenkrise die hirnrissige Fehlregulierung der Banken durch Basle 1,2,3 und die Senkung der Eigenkapialerfordernisse zur Unterlegung des Erwerbs von Saatsanleihen war.

Und nicht der Euro, oder die Versuche mit Pfeil und Bogen.

Jetzt muß Nagel das noch ganz schnell Schäuble erzählen, damit der es Merkel und den Bundestagsabgeordneten erzählen kann, und damit dem Basel-Schwachsinn das wohlverdiente Ende gemacht wird.

Denn das Problem mit Basel ist nicht nur die systematische Bevorzugung von Staatsanleihen, sondern auch der Bezug auf Ratings durch Agenturen.

Da diese selbst aber den Finanzmärkten nachlaufen, diese aber dann übertreiben, hat man damit einen Krisenerzeugungsmechanismus in die Bankenregulierung eingebaut.

...

Satz von Rechner (2013)
=======================
Wie macht man aus einem Problem eine Krise?

Indem man durch Regulierung dafür sorgt, daß möglichst viele Finanzmarktakteure das Problem erst gleichzeitig ignorieren, um es dann gleichzeitig wahrzunehmen und in Panik zu verfallen.
=======================

WEG MIT UNIFORMITÄT IM FINANZWESEN!

WEG MIT BASEL UND BANKENUNION!

Komaraz

26.09.2013, 16:51 Uhr

Die Schuldenkrise war nie weg.
Sie wurde nur, vor der Wahl, von der deutschen Politk kleingeredet oder gleich ganz verschwiegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×