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27.03.2013

11:40 Uhr

Staatsanleihen

Bunds profitieren von Zypern-Unsicherheit

Das Interesse an deutschen Staatsanleihen hält an: Der Bund-Future legte 14 Basispunkte zu auf 144,96 Prozent. Grund dafür ist die anhaltende Unsicherheit durch die Zypern-Rettung.

Vom Image als sicherer Hafen profitiert Deutschland. dpa

Vom Image als sicherer Hafen profitiert Deutschland.

Die Rendite deutscher Bundesanleihen hat am Mittwochmorgen nachgegeben. Nach wie vor dominiert die Zypern-Rettung die Stimmung am Markt. Der am Morgen veröffentlichte GfK-Konsumklimaindex war mit 5,9 wie erwartet unverändert gegenüber dem Vormonat. “Anhaltende Verunsicherung rund um Zypern hält das Interesse an deutschen Staatsanleihen hoch”, schreibt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einer Studie.

Die gebrochenen Versprechen der Euro-Retter

Keine Finanzhilfe für Griechenland

„Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung, denn Griechenland sagt selbst, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2010

Ende April beantragt Griechenland offiziell Finanzhilfe, im Mai beschließen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) das erste Griechenlandpaket.

Keine dauerhaften Rettungsschirme

„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart."
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 24. Juli 2010

Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) ist zwar zeitlich befristet, aber die Euro-Finanzminister einigen sich Anfang 2012 auf den dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Kein griechischer Schuldenschnitt

„Ich werde langsam müde, diese Gerüchte immer wieder zu dementieren."
Griechenlands früherer Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am 18. April 2011

Im Oktober beschließen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone einen Schuldenschnitt für Griechenland: Private Gläubiger und Banken verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen.

Das Volumen der Rettungsschirme

„Wir haben jetzt ein Land unter dem Schirm, das ist Irland. Und damit ist das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Januar 2011

Im April 2011 stellt Portugal Antrag auf Hilfe. Es wird klar, dass die bisher hinterlegten Bürgschaften nicht ausreichen, um die Kredite zu den gewünschten Zinskonditionen zu beschaffen. Im Juni beschließt die Euro-Zone, den EFSF auf 780 Milliarden Euro aufzustocken, durch den sogenannten Hebel wird das Volumen im Oktober auf mehr als 1000 Milliarden Euro erhöht.

Keine Haftungsunion

„Eine gesamtschuldnerische Haftung wird es nicht geben, solange ich lebe."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Juni 2012

Im Oktober 2012 schlägt die Troika aus EU, EZB und IWF den Finanzministern der Euro-Zone einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland vor: Auch die öffentlichen Gläubiger sollen Athen nun einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Damit würde die Rettung Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich Geld kosten. Schäuble lehnt ab und schlägt vor, Griechenland mehr Zeit zu geben.

Die Spareinlagen sind sicher

Die Europäische Union garantiert, dass Ersparnisse bis zu 100.000 Euro innerhalb der Währungsunion sicher sind.

Im Fall Zyperns war die Politik kurz davor, gegen ihre eigenen Zusagen zu verstoßen. Zunächst war geplant, Kleinsparer an der Bankenrettung zu beteiligen. Nach empörten Protesten wurde die Zwangsabgabe überarbeitet. Nun müssen nur noch zyprische Sparer mit einem Vermögen über 100.000 Euro haften.

Nur ein Einzelfall?

„Zypern war nun ein ganz besonderer Fall, das wusste jeder.“
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 28. März 2013

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hatte zuvor in Interviews die Einbeziehung von wohlhabenden Kunden zyprischer Banken in die Maßnahmen zur Zypern-Rettung als richtungsweisend hingestellt. Er bezeichnete sie als „Blaupause“ für andere Länder, relativierte die Aussagen dann später wieder.

Bei Bunds mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel die Rendite um zwei Basispunkte auf 1,32 Prozent. Der Bund-Future legte 14 Basispunkte zu auf 144,96 Prozent.

Peripherieanleihen waren dagegen weniger gefragt. Die Rendite zehnjähriger spanischer Bonds stieg um zwei Basispunkte auf 4,96 Prozent, entsprechende italienische Anleihen rentierten mit 4,61 Prozent drei Basispunkte höher.

In den USA rentierten Treasuries mit Fälligkeit in zehn Jahren knapp einen Basispunkt niedriger bei 1,90 Prozent.

Kommentare (1)

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Jetzt-red-I

27.03.2013, 12:01 Uhr

Hurra wir "profitieren" schon wieder von einer Krise! Oder sollten wir den "Gewinn" wieder an die abführen, an denen wir profitiert haben? Vielleicht schlafen wir dann alle wieder besser?

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