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03.01.2014

13:23 Uhr

Staatsanleihen

Das Comeback von Griechenland

Kaum ebbt die Schuldenkrise ab, ist Griechenland wieder Thema: Zum Jahresende will Europas Problemfall wieder frisches Geld über die Kapitalmärkte aufnehmen. Doch glauben nicht alle Investoren an die rasche Rückkehr.

Griechenland im Aufwind? Manche Marktteilnehmer scheinen davon überzeugt, dass sich der südeuropäischen Staat nachhaltig erholt. dpa

Griechenland im Aufwind? Manche Marktteilnehmer scheinen davon überzeugt, dass sich der südeuropäischen Staat nachhaltig erholt.

DüsseldorfEs ist die News der Stunde am europäischen Markt für Staatsanleihen: Denn zum Ende des neuen Jahres will sich Griechenland wieder an die Kapitalmärkte wenden, um frisches Geld aufzunehmen. Die griechische Regierung habe sich das hohe Ziel gesetzt, „so etwa um das Ende 2014 an die Märkte zu gehen“, sagte Wirtschaftsminister Konstantinos Chatzidakis am Freitag. Die Grundlage dafür sei, dass Griechenland 2013 einen primären Überschuss (ohne Zinsen) im Haushalt erreicht habe.

Schon im vergangenen Jahr hatten griechische Staatsanleihen Investoren einen so hohen Ertrag gebracht wie die Bonds keines anderen Landes in den 34 Märkte umfassenden Bloomberg World Bond Indizes. Bis einschließlich Montag dieser Woche lag der Ertrag der Papiere bei 47 Prozent. Die nächstbeste Entwicklung sahen Bonds aus Irland mit einem Plus von 12 Prozent. Irland hatte am 15. Dezember das Rettungsprogramm verlassen, das auf Grund der Staatsschuldenkrise aufgelegt worden war.

„Wir sehen griechische Anleihen konstruktiv”, erklärte Elga Bartsch, Chef-Volkswirtin für Europa bei Morgan Stanley, Anfang Dezember. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes „sollte sich stabilisieren und dann beginnen, zu wachsen. Sie werden etwas Extra-Hilfe bekommen.”

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Griechische Staatsanleihen gewinnen an Beliebtheit, nachdem die Anleihe-, Devisen- und Derivate-Märkte immer deutlicher erkennen ließen, dass die Schuldenkrise nun endlich abebbt. Investoren kehren zu den Papieren von Griechenland zurück, auch wenn die griechischen Finanzprobleme private Bondsanleger dazu zwangen, 2012 mehr als 100 Milliarden Euro abzuschreiben.

Die US-Investmentfirma Japonica erwartet, dass ihre Bestände griechischer Staatsanleihen in 2014 stark an Wert gewinnen werden. Das Unternehmen bezahlte teilweise nur 11,4 Prozent des Nominalwertes der Papiere. Es geht nun davon aus, dass der Wert bis nächstes Jahr auf über 85 Prozent anziehen wird. Eigenen Angaben zufolge ist die Firma einer der größten Investoren bei griechischen Bonds.

Kommentare (11)

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Strange

03.01.2014, 13:45 Uhr

Die deutsche Automobilindustrie hat ein schlechtes Jahr 2013 hinter sich, die chemisch-pharmazeutische Industrie streicht Stellen um das Konzernergebnis im plus zu halten und Griechenland erwartet dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum mit fallenden Zinsen für seine Staatsanleihen??

HurraJournalist

03.01.2014, 14:07 Uhr

Das ist doch eine tolle Nachricht.
Die "Märkte" werden es kaum abwarten können.
Bei einem so ehrlichen und zuverlässigen Partner wie Griechenland, der seine Zusagen immer einhält und nichts verschleiert, mit soliden Planungen für die prosperierende Wirtschaft, da gibts doch superhohe Zinsen für deren Anleihen.
Griechenland ist auf einem guten Weg. (TM-Mutti)

Soll mit solchen Artikeln ein Gesundbeten stattfinden oder was ist der Grund?

hvh100

03.01.2014, 14:08 Uhr

Ja, Griechenland wird einen Boom erleben und die ganze Eurozone aus dem Elend hieven. Jungendarbeitslosigkeit in Italien rund 24%, Jugendarbeitslosigkeit in Portugal über 20%, in Spanien über 40%, in Frankreich? Die Griechen werden bis zum EURO Austritt weiterhin massiv verarmen, weil die Wirtschaft einfach nicht konkurrenzfähig ist. Aber dadurch könnten sie zum Einfallstor der asiatischen Wirtschaft nach Europa werden. Vielleicht über eine Freihandelszone in Piräus.

Erst durften die Griechen sich eine Samsung Handy, iPhone und Flachbildschirm auf Kredit kaufen. In wenigen Jahren dürfen ihre Kinder sie dann in griechischen Werken von Samsung selbst zu Billiglöhnen zusammenbasteln. So wird Weltwirtschaft erfahrbar gemacht. :-)

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