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06.02.2015

20:16 Uhr

Staatsanleihen

Droht die Blase bei US-Anleihen?

Dem US-Anleihenmarkt droht ein Schock. Die Liquidität ist im vergangenen Jahr bereits um 70 Prozent zurückgegangen. Das könnte bedeuten, dass Anleger zukünftig nicht mehr zu jedem Zeitpunkt handeln können.

Der massive Aufkauf von Staatsanleihen durch die Federal Reserve hat ebenfalls negative Folgen für die Liquidität am Anleihemarkt. Das Programm hat den verfügbaren Bestand der Papiere deutlich verringert. AFP

US-Notenbank in Washington

Der massive Aufkauf von Staatsanleihen durch die Federal Reserve hat ebenfalls negative Folgen für die Liquidität am Anleihemarkt. Das Programm hat den verfügbaren Bestand der Papiere deutlich verringert.

New YorkDer Handel mit US-Staatsanleihen wird immer schwieriger. Seit Jahrzehnten war der 12,5 Billionen Dollar umfassende Markt mit den Anleihen beliebt wegen seiner „Tiefe“, wie man die Eigenschaft eines Marktes bezeichnet, in dem die großen Handelsvolumina keine extremen Preisausschläge verursachen. Doch in letzter Zeit ist dieses Merkmal praktisch verloren gegangen. Die Entwicklung weckt bei Marktteilnehmern große Sorgen.

Weniger Markttiefe führte in der Vergangenheit immer auch zu höherer Volatilität – also größeren Schwankungen. Deshalb dürften den Staatsanleihen, auch Treasuries genannt, nun häufiger Turbulenzen bevorstehen - vor allem in einem Umfeld, in dem sich die US-Notenbank auf eine Anhebung der Zinsen vorbereitet. Und wenn Investoren zu zweifeln beginnen, ob sie weiterhin jeden Augenblick kaufen oder verkaufen können, dann kann das die Kreditkosten für die USA erhöhen.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Wieviel Markttiefe ist am Markt verloren gegangen? Vor einem Jahr noch konnte man Staatsanleihen im Wert von 280 Millionen Dollar handeln, ohne eine Preisbewegung auszulösen. Das hat die US-Investmentbank JP Morgan ermittelt. Heute liegt dieses Volumen bei nur noch 80 Millionen Dollar.

„Wir alle werden damit klarkommen müssen“, sagt James Sarni von Payden & Rygel in Los Angeles. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir zu einem Zeitpunkt aussteigen wollen, wo wir es nicht können.“ Diese Veränderungen zeigen, welche unerwünschten Nebeneffekte neue Finanzregulierungen wie Basel III oder die Volcker Rule haben können, die dazu geführt haben, dass Anleihen-Händler weniger Bestand halten. Und auch die Anleihenkäufe der Federal Reserve (Fed) zur Stützung der Konjunktur haben Auswirkungen auf den Bestand.

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

09.02.2015, 07:23 Uhr

Soll es bereits mit der ersten Zinsanhebung der Fed zum Schock an den anleihemärkten kommen? Kann jemand einschätzen, wie dann die Finanzmärkte reagieren werden? Kommt es zum Kollaps? Derzeit fürchtet das niemand. Wirklich?

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