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03.01.2013

14:49 Uhr

Staatsanleihen

Frankreich refinanziert sich historisch günstig

Frankreich zählt derzeit nicht zu den Top-Anlage-Adressen im Euro-Raum. Dennoch konnte das Land Anleihen im Wert von knapp acht Milliarden Euro ausgeben – und muss dafür kaum vergleichsweise wenig Zinsen zahlen.

Frankreich musste am Donnerstag die niedrigsten Zinsen seit langem für langjährige Papiere zusagen. dpa

Frankreich musste am Donnerstag die niedrigsten Zinsen seit langem für langjährige Papiere zusagen.

ParisDie zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich hat sich ungeachtet der Abwertung seiner Kreditwürdigkeit durch zwei US-Ratingagenturen im vergangenen Jahr am Donnerstag zu rekordniedrigen Zinsen frisches Kapital besorgt. Bei einer Versteigerung von Staatsanleihen mit Fälligkeit 2022 sank die zu zahlende Durchschnittsrendite auf 2,07 Prozent, wie aus Zahlen der nationalen Schuldenagentur in Paris hervorgeht.

Das ist ein Rekordtief in dieser Laufzeit. Bei der letzten vergleichbaren Ausgabe Ende Oktober hatte Frankreich noch 2,22 Prozent Zinsen zahlen müssen. Zusammen mit drei weiteren Anleihen, die zwischen den Jahren 2019 und 2032 fällig werden, nahm das Land am Donnerstag insgesamt knapp acht Milliarden Euro auf. Das entsprach in etwa dem anvisierten Ziel. Die Nachfrage nach den Schuldtiteln war abermals hoch, allerdings leicht rückläufig.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Frankreich zählt aus Anlegersicht derzeit nicht zu den Top-Adressen im Euroraum. Das Land profitiert aber von dem großen Anlagenotstand: Wegen sehr niedriger Renditen insbesondere in Deutschland sehen sich Investoren gezwungen, auf Länder mit etwas geringerer Bonität auszuweichen. Hierzu gehört Frankreich. Zehnjährige französische Staatsanleihen erbringen derzeit rund einen halben Prozentpunkt mehr an Rendite als entsprechende Schuldtitel Deutschlands.

Frankreich profitiert derzeit davon, dass Anleger in der Euroschuldenkrise das Vertrauen in Staaten wie Spanien und Italien verloren haben. Frankreich wird daher trotz seiner angespannten Haushaltslage und Wirtschaftsprobleme von Investoren als vergleichsweise sicherer Hafen gesehen. Dabei hatte die Ratingagentur Moody's Frankreich im November die Bestnote Aaa entzogen und das Land auf Aa1 herabgestuft.

Kommentare (1)

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ESM-Europa

03.01.2013, 15:57 Uhr

Frankreich ist sozialer als Deutschland, weswegen dort noch Linder geboren werden (F: 2,03 Kinder/Frau vs. BRD: 1,36 Kinder/Frau). Ich kaufe doch keine langfristige Staatsanleihe in éinem Land, welches kurzfristig auf prekäre Beschäftigungen, Minijobs und Dumpinglöhne setzt, langfrisig jedoch zu einem verarmten Altersheim wird.

Außerdem sind Frankreichs aktuellecRisiken doch eh schon längst auf gesamt Kerneuropa gestreut - das Risiko des Zahlungsausfalls ergo das selbe - bei genauer Betrachtung (s. o.) sogar noch niedriger - als in Deutschland.

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