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23.12.2015

14:26 Uhr

Staatsanleihen

Griechenland-Anleihen brachten größten Gewinn

Auf dem Markt für Staatsanleihen hat 2015 eine Nation geglänzt: Griechenland. Die Rettung des Lands vor der Pleite hat die Kurse griechischer Bonds getrieben. Wer die Nerven behielt, konnte eine solide Rendite einfahren.

Die Forderung nach einem Schuldenschnitt – im Juni 2015. dpa

Graffiti in Athen

Die Forderung nach einem Schuldenschnitt – im Juni 2015.

New YorkGriechische Staatsanleihen haben in diesem Jahr bis Ende vergangener Woche einen Ertrag von 22 Prozent erzielt - der höchste Wert unter den Anleihen von Staaten, die in den umfassenden „Bloomberg World Bond“ Indizes abgebildet werden. Doch die Papiere schaffen es nicht, ihren schlechten Ruf abzuschütteln und bleiben daher eher etwas für spezialisierte Investoren.

Die Top-Erträge werden überdeckt von den Entwicklungen in einem Jahr, in dem Griechenland fast die Euro-Zone verlassen hätte. Und größere Fonds wollen oder können nicht damit beginnen, Bonds zu kaufen, die unterhalb von „Investment-Grade“ eingestuft sind und bei denen die Liquidität gering und die Kursschwankungen (Volatilität) recht hoch ausfallen.

„Die eingebaute Volatilität macht es für Vermögensverwalter nicht so attraktiv“, erklärt Jack Kelly, Investment-Direktor bei Standard Life Investments. Das Unternehmen verwaltet rund 250 Milliarden Pfund. „Aber natürlich ist Griechenland wegen möglicher Auswirkungen auf den Rest der europäischen Märkte wichtig. Daher muss man die Papiere immer im Auge behalten.“

Die griechischen Anleihen waren regelrecht eingebrochen, als Syriza die Wahlen im Januar für sich entschied. Immerhin hatte es sich die Partei auf die Fahnen geschrieben, die Schulden des Landes neu zu verhandeln.

Im Juli fielen die Kurse erneut, was im Umkehrschluss bedeutet: Die die Renditen zehnjähriger Anleihen schnellten auf etwa 20 Prozent hoch. Regierungschef Alexis Tsipras brach seit fünf Monaten laufende Gespräche mit den europäischen Kreditgebern ab und setzte ein Referendum an, bei dem das Volk über die Bailout-Bedingungen abstimmen sollte. Er gewann das Votum, in dem sich das Volk gegen die auferlegten Sparmaßnahmen aussprach – doch schon kurz danach knickte Tsipras ein und gab dem neuen Rettungspaket doch seinen Segen.

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