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28.05.2013

17:47 Uhr

Staatsanleihen

Griechenland-Anleihen sind wieder gefragt

Nach Schuldenschnitt, Rating-Herabstufungen und Zins-Rodeo schöpfen die Investoren bei Anleihen aus Griechenland neue Hoffnung. Es gibt deutliche Anzeichen der Besserung. Und Anleger machen Kasse.

Euromünze aus Griechenland. dpa

Euromünze aus Griechenland.

New YorkSolche Meldungen machen Mut: In der vergangenen Woche ist die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter die von 30-jährigen Papieren des Landes gefallen. Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich der Bondmarkt des Landes, das die Euroraum-Schuldenkrise auslöste, bessert.

Die Renditekurve hat sich am 21. Mai erstmals seit Juni 2010 normalisiert. Das ist ein Signal, dass die Anleger mit zunehmendem Optimismus auf die Konjunktur des Landes schauen. Einiges spricht für die Papiere aus Hellas. Die griechischen Bonds weisen in diesem Quartal die beste Entwicklung weltweit auf, sie kommen auf einen fast achtmal so hohen Ertrag wie die Papiere mit der zweitbesten Performance. Das Handelsvolumen in griechischen Anleihen an den elektronischen Sekundärmärkten dürfte in diesem Monat das höchste seit mindestens zwei Jahren sein.

Nach der größten Umschuldung von Staatsanleihen in der Geschichte legten griechische Bonds zu, weil die Anleger darauf setzen, dass das Land in der Europäischen Währungsunion bleiben wird. Die Rally erhielt in diesem Monat Schub, nachdem Fitch Ratings die Bonitätsnote von Griechenland anhob.

Der Zinsrückgang sei ein Zeichen, dass die “Märkte gesprochen haben”, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras am 23. Mai. Er fügte hinzu, dass Griechenland, das seit März 2010 den Bondmarkt nicht mehr angezapft hat, dem Beispiel Irlands folgen und wieder Zugang zu den Kapitalmärkten erlangen könnte - auch wenn das Land sich immer noch in einem Hilfsprogramm befindet.

“Im vergangenen Jahr galten griechische Anleihen als Spekulation, ob das Land aus dem Euro ausscheiden wird, aber jetzt ist es ganz anders”, sagt Gabriel Sterne, Ökonom für Festverzinsliche bei Exotix in London. “Es gibt immer noch Fundamentalrisiken, aber die Auslöser für etwas Schreckliches sind weniger schwerwiegend geworden.

Wir sind zwar noch lange nicht so weit, aber wenn die Renditen weiter fallen, könnten griechische Anleihen ein Vermögenswert werden, in den Anleger investieren wollen.” Exotix hat in der vergangenen Wochen griechische Anleihen von “Verkaufen” auf “Halten” angehoben.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

28.05.2013, 18:05 Uhr

Super Sache, vor allem, nachdem man als Privatanleger beim "Schuldenschnitt" auch ohne Zustimmung zwangsweise zu 50% enteignet wurde.

Account gelöscht!

28.05.2013, 18:13 Uhr

Griechenland aus dem Schneider? Ich würde es ihnen ja gönnen aber da ist wohl der Wunsch (oder die Bundestagswahl?) der Vater der Schönwettermeldung. Jedenfalls sehen das einige ganz anders:

"Dies werde noch zum Streitpunkt werden, wenn die europäischen Geldgeber eingestehen müssen, dass Griechenland nicht in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen, so die Brüsseler Wirtschaftswissenschaftler."
(http://www.wiwo.de/politik/europa/iwf-griechenland-hilfsprogramm-war-ein-fehler/8261036.html)

Aber sollen sie ruhig der EZB ihre Bonds abkaufen. So trifft es beim nächsten Schuldenschnitt wenigstens die Zocker, die offenbar zu viel Geld haben.

Hagbard_Celine

28.05.2013, 18:16 Uhr

Sehr schön, Wasser auf dem Mühlen meiner griechischen Aktien.

Die Eurokrise wird dort ihre Ende wo sie ihren Anfang hatte, in Griechenland. Ich schätze in Q1/14 haben wir erstes Wirtschaftswachstum dort.

Die Stimmung wird spätestens dann kippen und die Kurse für mitteleuropäische Anleihen in den Keller und die Aktienkurse in die Stratosphäre schicken. Ein massiver Inflationsschub wir das Kapital in die Realwerte drücken.

Es könne sogar sein das die Aktienrendite aufgrund von panischen Umschichten die Anleiherendite erreicht.

Dax 15,000 wäre in so einem Fall kein Thema.

Was heute wie ein Witz klingt kann in ein paar Jahren Realität sein.

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