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10.07.2014

14:55 Uhr

Staatsanleihen

Griechenland holt sich weniger Geld als erwartet

Griechenland hat erneut eine Staatsanleihe verkauft. Die Geldgeber bekommen dafür eine Rendite von 3,5 Prozent. Kritik wird laut: „Das ist kein guter Tag für Griechenland, um an den Markt zu gehen“, urteilt ein Analyst.

Sorge um den größten Anteilseigner der portugiesischen Banco Espirito Santo drückt die Nachfrage nach Papieren aus südeuropäischen Krisenländern. dpa

Sorge um den größten Anteilseigner der portugiesischen Banco Espirito Santo drückt die Nachfrage nach Papieren aus südeuropäischen Krisenländern.

AthenGriechenland hat sich zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit frisches Geld von Investoren geholt – allerdings weniger als gedacht. Der Verkauf einer dreijährigen Staatsanleihe spülte 1,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Athen mit. Die Geldgeber bekommen dafür eine Rendite von 3,5 Prozent. Ursprünglich wollte der Staat mit dem Bond zwischen 2,5 und 3,0 Milliarden Euro erlösen, doch drückte die Sorge um den größten Anteilseigner der portugiesischen Banco Espirito Santo die Nachfrage nach Papieren aus südeuropäischen Krisenländern.

„Das ist kein guter Tag für Griechenland, um an den Markt zu gehen“, sagte Guido Barthels vom Ethenea-Fondsgesellschaft, die auf einen Kauf der Anleihen verzichtete. „Angesichts der Vorgänge in Portugal ist es wenig sinnvoll, das jetzt anzufassen.“ Das Finanzministerium gab sich dennoch zufrieden. „Die Regierung drückt ihre Zufriedenheit darüber aus, dass internationale Investoren erneut ihr Vertrauen in die griechische Wirtschaft gezeigt haben“, hieß es in einer Erklärung.

Im April hatte Griechenland erstmals seit der Schuldenkrise den Kapitalmarkt mit einer fünfjährigen Anleihe angezapft, die drei Milliarden Euro brachte und Anleger mit einer Rendite von 4,75 Prozent lockte. Das Land musste 2010 und 2012 mit Milliardenhilfen von seinen Euro-Partnern und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) vor dem finanziellen Kollaps gerettet worden. Erst am Montag hatten die Finanzminister der Euro-Zone den Weg für die Überweisung einer weiteren Milliarde Euro freigemacht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Salvatore Bonpensiero

10.07.2014, 17:03 Uhr

Den Euro in bisheriger Form wirds nicht mehr sehr lange geben, das ist sicher.

Die eigentliche Frage ist: Geht das Spiel bis zum bitteren Ende (bis auch Deutschland pleite ist), oder zieht jemand vor dem absoluten Desaster die Bremse, weil er sich vielleicht dem Schutz des eigenen Volks, dem Wähler, Rentner und Steuerzahler, und vielleicht sogar der Wahrheit verpflichtet fühlt? Aus Gründen ökonomischer Vernunft (Kompetenz) kann es ja nicht sein, dazu ist es schon viel zu spät...

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