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10.01.2014

10:12 Uhr

Staatsanleihen

Investoren vertrauen Europa wieder

Neues Jahr, noch mehr Zuversicht: 2014 hat kaum begonnen, da stehen die Renditen der südeuropäischen Staaten so niedrig wie lange nicht mehr. Allein Griechenland muss weiter um die Gunst der Investoren kämpfen.

Insgesamt 5,29 Millionen Euro konnte die spanische Regierung für Fünf- und Zehnjahresanleihen bei Investoren einsammeln. dpa

Insgesamt 5,29 Millionen Euro konnte die spanische Regierung für Fünf- und Zehnjahresanleihen bei Investoren einsammeln.

DüsseldorfPünktlich zum neuen Jahr macht sich Entspannung breit in Euroland. Die monatelange Krisenrhetorik, die Diskussionen darüber, was alles nicht geht in der Wirtschafts- und Währungsunion, gerät in den Hintergrund. Jetzt sprechen Politiker lieber von dem, was möglich ist, steigende Exporte, ein ausgeglichener Haushalt, eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Dies, in Kombination mit weiter niedrigen Zinsen, ruft mehr Investoren auf den Plan.

So erlebte die ohnehin solide Nachfrage nach spanischen, italienisch und portugiesischen Staatsanleihen zum Jahresbeginn noch einen Schub, was die Renditen weiter sinken ließ. Am Donnerstag etwa lag die Rendite zehnjähriger spanischer Bonds bei 3,682 Prozent – und damit so niedrig wie zuletzt im Dezember 2008. Auch für fünfjährige Papiere schrumpfte die Rendite auf 2,246 Prozent.

Bereits zuvor hatten spanische fünfjährige Anleihen für 3,53 Milliarden Euro bei einer durchschnittlichen Rendite von 2,382 Prozent problemlos Abnehmer gefunden. Dabei hatte die Nachfrage das Angebot um das 1,8-fache übertroffen. Noch begehrter waren Bonds mit Laufzeit bis 2028. Nur rund einer von drei Nachfragern konnte sich eine solche Anleihe zu durchschnittlich 4,192 Prozent Rendite sichern.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Insgesamt brachten diese ‚Langläufer‘ 1,76 Milliarden Euro ein. Mit 5,29 Milliarden Euro hat die spanische Regierung am Ende rund sechs Prozent mehr Geld an den Märkten eingesammelt, als sie sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Neben spanischen sind auch italienische Anleihen weiter gefragt. Der Effektivzins der zehnjähriger Bonds fiel zuletzt bis auf 3,846 Prozent und damit auf das Niveau von Mai 2013. Damals war der Demokrat Enrico Letta gerade an die Spitze der italienischen Regierung berufen worden.

Mit den jüngsten Renditerückgängen ging schließlich auch ein Rückgang der Risikoaufschläge zu deutschen Bundesanleihen einher. Bereist am Freitag vergangener Woche sanken die Spreads zehnjähriger italienischer und spanischer Papiere unter 200 Basispunkte.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

10.01.2014, 10:32 Uhr

Ist doch wunderbar. Dank Bankenunion brauchen wir noch nicht mal mehr Eurobonds. Die Nordeuropäer werden zahlen (nicht die "Deutschen")!
Und schön bei der Europawahl für die EUSSR-Blockparteien stimmen. Damit es da keine peinlichen Überraschungen gibt.

Account gelöscht!

10.01.2014, 11:04 Uhr

"Brüssel fordert Hartz IV auch für arbeitslose Ausländer"

DANKE, dass es für diesen Artikel keine Kommentarfunktion gibt !!

MonaCivis

10.01.2014, 11:33 Uhr

"Allein Griechenland muss weiter um die Gunst der Investoren kämpfen."

Ja alleine Griechenland hat ja auch beim Eurobeitritt unglaublich getürkt und einen rechtswidrigen Schuldenschnitt vollzogen.

Zwar unter Mitwirkung und mit Hilfe der Euroländer, voran Deutschland, aber das macht es keine Haar besser.

U.a. laut Kanzlerin sollte der freiwillige Schuldenschnitt nur institutionelle Anleger betreffen. Diese und die Spekulanten wurden geschont. Sie haben sich vielfach schadlos gehalten. Die Kleinanleger wurden am Ende zwangsenteignet. Die Griechen haben das vollzogen, was verlangt wurde, um die Milliarden weiter fließen zu lassen. Der deutsch Sparer, der für sich vorsorgt, für das Alter, die Ausbildung der Kinder etc.pp. zahlt die Zeche der Verschwendung, der Schuldenmacher, er wird doppelt und dreifach schleichend enteignet. Scheinzinsen werden vom Fiskus besteuert und Verluste ignoriert.

Keinen Cent mehr, solange dieses Unrecht nicht in Ordnung gebracht wird. Die EU-Präsidentschaft wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt dafür.

Die Rechtsstaatlichkeit geht im Euroland zunehmend verloren, die unseriösen Staatsschuldenberge wachsen weiter, das hat so keine Zukunft. Die Politik lenkt gerne davon ab und verweist auf die schuldigen Banken. Der Dieb selbst ruft: "Haltet den Dieb".

Das Vertrauen ist beim seriösen Kleinanleger noch lange nicht wiederhergestellt. Spekulanten spekulieren immer!

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