Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2014

17:23 Uhr

Staatsanleihen

Italien kommt immer günstiger an frisches Geld

Die italienische Wirtschaft ist noch lange nicht auf dem Weg der Besserung. Dennoch vertrauen immer mehr Anleger dem Land ihr Geld an. Die Anleihe-Renditen sinken auf ein Rekordtief – der EZB sei Dank.

Die Renditen für italienische Staatsanleihen sinken. Findet Italien nun wieder zu alter Stärke? Reuters

Die Renditen für italienische Staatsanleihen sinken. Findet Italien nun wieder zu alter Stärke?

Italien hat am Dienstag erstmals zehnjährige Anleihen zu einer Rendite von weniger als zwei Prozent platziert. Die Papiere im Volumen von 2,996 Milliarden Euro kamen zu einer rekordniedrigen Rendite von 1,89 Prozent an den Markt. Das ist als Zeichen zu werten, dass die Möglichkeit weiterer Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank italienische Bonds gegen den Ausverkauf bei griechischen Papieren abschirmt.

Zudem begab Italien fünfjährige Papiere zu einer Rendite von 0,98 Prozent, was unter den 0,94 Prozent bei der Auktion am 27. November lag. Ein Floater mit Fälligkeit 2020 und einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro kam zu einer Rendite von 0,96 Prozent an den Markt. Am Sekundärmarkt sanken die Renditen zehnjährigen italienischer Staatsanleihen weiter und lagen zuletzt bei 1,91 Prozent sechs Basispunkte niedriger.

Insgesamt war 2014 für europäische Staatsanleihen das beste Jahr seit 1995. Sie kommen laut dem Bank of America Merrill Lynch Euro Government Index für dieses Jahr bisher auf einen Ertrag von 13 Prozent.

Bundesanleihen und Treasuries haben sich um den Vortagesstand bewegt. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 0,56 Prozent einen Basispunkt höher. Am Terminmarkt fiel der Bund-Future um 19 Basispunkte auf 155,63 Prozent. US-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit rentierten bei 2,20 Prozent kaum verändert.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Griechische Staatsanleihen haben nach den kräftigen Verlusten am Vortag zuletzt leicht nachgegeben. Die Rendite war bei 9,59 Prozent sechs Basispunkte höher. Am Montag war es Ministerpräsident Antonis Samaras im dritten und letzten Versuch nicht gelungen, vom Parlament die Zustimmung zu seinem Kandidaten für das Präsidentenamt zu erlangen. Auf das Land kommen nun vorgezogene Neuwahlen zu, was die Finanzmärkte beunruhigt.

In den Umfragen liegt die von Alexis Tsipras geführte Oppositionspartei Syriza vorn, die die griechischen Schulden neu verhandeln will. Die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen war zeitweise um bis zu 139 Basispunkte geklettert.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Jürgen Jantschik

30.12.2014, 17:28 Uhr

Tolle Nachricht - das wird noch als tolle Meldung hier bei HD verkauft !!! Dann kann ja Italien unbekümmert weitere Schulden machen !! Wir Deutsche zahlens dann am Ende. Denen gehören gar keine Krdeite mehr !! Die Banken verdienen sich dumm und dämlich und wenn´s nicht klappt, dann zahlt der Steuerzahler !!!

Account gelöscht!

30.12.2014, 17:33 Uhr

Das liegt allein daran, daß Draghi als Italiener seine Pleitegeier in Italien schon nicht verkommen lassen wird.

Der angekündigte - aber wohl kaum tatsächlich noch durchgeführte - Staatsanleihenkauf durch die EZB zu Lasten vor allem der deutschen Steuerzahler sorgt dafür, daß die Dummen nicht merklich weniger werden.

Die werden sich noch wundern. Sie haben es verdient. Wer Schrott kauft, bleibt am Ende drauf sitzen - zu Recht.

Frau Pia Paff

30.12.2014, 19:26 Uhr

ClubMed ist pleite. Mit dem € unrettbar verloren.
ClubMed braucht wieder die alte Währung. Dann können sie auf- u. abwerten wie die Teufel.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×