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27.09.2013

13:01 Uhr

Staatsanleihen

Italien zapft Finanzmarkt an

Trotz einer drohenden Regierungskrise hat sich Italien am Finanzmarkt Geld geliehen. Die Folge war ein Anstieg der Zinsen für Investoren. Die Rendite ist nach fast zwei Monaten ebenfalls wieder gestiegen.

Italien hat sich auf dem Finanzmarkt Geld geliehen und dafür den Zinssatz erhöht. dpa

Italien hat sich auf dem Finanzmarkt Geld geliehen und dafür den Zinssatz erhöht.

Rom/MailandItalien hat sich mitten in der Koalitionskrise erfolgreich Geld am Finanzmarkt geliehen. Allerdings musste das Land Investoren teilweise mit etwas höheren Zinsen ködern als zuletzt. Die Emission von länger laufenden Anleihen spülte am Freitag sechs Milliarden Euro in die Staatskasse. Dabei stieg die durchschnittliche Rendite von zehnjährigen Papieren auf 4,50 von 4,46 Prozent bei einer Auktion im August. Eine höhere Rendite hatte es zuletzt im Juni gegeben. Die Rendite von fünfjährigen Bonds hingegen verharrte bei 3,38 Prozent. Die Nachfrage nach beiden Anleihen überstieg das Angebot geringfügig.

Die Emission galt als Nagelprobe, wie die Finanzmärkte auf die Koalitionskrise reagieren. Auslöser der Unsicherheiten war die wiederholte Drohung der Mitte-Rechts-Partei PDL des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die Koalition mit Regierungschef Enrico Letta platzen zu lassen. Die Minister der PDL wollen zurücktreten, sollte der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Berlusconi aus dem Senat ausgeschlossen werden. Zudem haben PDL-Abgeordnete angedroht, dann ihr Parlamentsmandat niederzulegen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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DerSeewolf

27.09.2013, 13:35 Uhr

Wer waren die Käufer? Italienische Banken, die sich über LTRO recht günstig mit Liquidität versorgt hatten und jetzt diese neuen Anleihen als Kreditsicherheiten bei der EZB hinterlegt haben? Indirekte monetäre Staatsfinanzierung à la Carte! ABS-Derivat-Ankäufe durch die EZB dürften bald folgen, der intransparente STEP-Markt der französischen Banken kommt hinzu.

Griechenland bekommt einen zweiten Schuldenschnitt, wir Steuererhöhungen, Slowenien bekommt Bankhilfen vom ESM (neben Spanien, Irland und Griechenland) und Portugal ist ebenso reif für einen Schuldenschnitt.

Ein wirklich gelungenes Sanierungskonzept, was durchaus als ein gutes Anschauungsprojekt für die wissenschaftliche Forschung dienen kann.

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