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29.01.2016

12:36 Uhr

Staatsanleihen

Japans Notenbank sorgt für Abwärtsrennen

Weltweit haben Anleihen auf die Zinsentscheidung der japanischen Notenbank reagiert. Sowohl die Renditen für Bunds als auch jene für US-Anleihen sanken. Experten bezeichnen das Vorgehen der BoJ als „aggressiv”.

Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,34 Prozent sechs Basispunkte niedriger. IMAGO

Bundesanleihen

Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,34 Prozent sechs Basispunkte niedriger.

FrankfurtWeltweit haben die Anleihenotierungen am Freitag mit Anstiegen auf die unerwartete Einführung von Negativzinsen durch die Bank von Japan reagiert. Am 21. Januar hatte BoJ-Gouverneur Kuroda noch erklärt, die Zentralbank erwäge solch einen Schritt nicht.

„Das ist eine Überraschung und wieder einmal ein Beleg für Kurodas Fähigkeit, den Markt zu schocken”, sagte Matthew Cairns, Stratege bei Rabobank International in London. „Es ist ein ziemlich aggressiver Schritt. Er signalisiert, dass sich die Zentralbanken ein Abwärtsrennen liefern und versuchen, sich bei der Stimulierung der heimischen Inflation gegenseitig zu übertreffen. Die Renditen befinden sich zurzeit auf einer Einbahnstraße.”

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,34 Prozent sechs Basispunkte niedriger. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel um fünf Basispunkte auf 1,93 Prozent, entsprechende japanische Papiere rentierten 13 Basispunkte niedriger bei 0,09 Prozent. Zehnjährige italienische Bonds rentierten sieben Basispunkte niedriger, bei spanischen Papieren fiel die Rendite um zehn Basispunkte. Der Bund Future stieg 83 Basispunkte auf 163,20 Prozent.

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