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30.01.2014

16:43 Uhr

Staatsanleihen

Rekordniedrige Rendite bei italienischer Auktion

Italien kommt so günstig an Geld, wie lange nicht mehr. Die Auktions-Nachfrage war groß. Heute könnten noch deutsche Konjunkturdaten Bewegung bringen, Experten erwarten beschleunigte Inflation, also steigende Zinsen.

Italien scheint die Anleger zumindest teilweise überzeugt zu haben: Die Zinsen auf Staatsanleihen aus Rom waren eher gering, die Nachfrage hoch. dpa

Italien scheint die Anleger zumindest teilweise überzeugt zu haben: Die Zinsen auf Staatsanleihen aus Rom waren eher gering, die Nachfrage hoch.

Italien konnte sich bei einer Auktion zehnjähriger Anleihen am Mittwoch so günstig Geld leihen wie zuletzt im August 2010. Die Papiere nahmen Investoren zu einem Zins von 3,81 (zuletzt: 4,11) Prozent ab. Für einen fünfjährigen Bond zahlte Rom im Schnitt 2,43 (Dezember-Auktion: 2,71) Prozent und damit den niedrigsten Zins seit Einführung des Euro. Am Sekundärmarkt rentierten zehnjährige italienische Bonds mit 3,864 Prozent.

Refinanzierungsbedarf der größten Staaten der Welt 2014

USA

Fällige Bonds: 3,1 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 218 Milliarden Dollar

Japan

Fällige Bonds: 2,4 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 87 Milliarden Dollar

Italien

Fällige Bonds: 468 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 79 Milliarden Dollar

Frankreich

Fällige Bonds: 410 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 61 Milliarden Dollar

Deutschland

Fällige Bonds: 268 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 39 Milliarden Dollar

Kanada

Fällige Bonds: 248 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 13 Milliarden Dollar

Großbritannien

Fällige Bonds: 181 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 75 Milliarden Dollar

China

Fällige Bonds: 143 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 58 Milliarden Dollar

Brasilien

Fällige Bonds: 121 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 24 Milliarden Dollar

Indien

Fällige Bonds: 85 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 47 Milliarden Dollar

Russland

Fällige Bonds: 10 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 11 Milliarden Dollar

Italien sammelte insgesamt 8,46 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage der Investoren wurde Analysten zufolge begünstigt durch hohe Tilgungszahlungen des Landes.

Ansonsten war am Donnerstag die Tendenz am Anleihemarkt uneinheitlich. Während die Kurse der Bundesanleihen leichte Gewinne aufwiesen, gaben US-Treasuries nach.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 1,72 Prozent zwei Basispunkte niedriger. Am Terminmarkt stieg der Bund-Future um 17 Basispunkte auf 143,07 Prozent. Die Rendite von zehnjährigen US-Bonds war bei 2,71 Prozent vier Basispunkte höher.

In Deutschland lag die Inflation, berechnet nach der harmonisierten EU-Methode, in diesem Monat unverändert bei 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten einer Bloomberg-Umfrage zufolge mit einem Anstieg auf 1,3 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vormonat verbilligten sich die Preise um 0,7 Prozent. Eine raschere Inflation untergräbt den Wert der festen Zahlungen für Bonds.

Im Fokus des Marktinteresses stehen neue Inflationsdaten aus Deutschland. Ökonomen gehen einer Bloomberg-Umfrage zufolge davon aus, dass die annualisierte Teuerung der Verbraucherpreise, berechnet nach der harmonisierten europäischen Methode, sich in diesem Monat auf 1,3 Prozent beschleunigt hat, nach einem Anstieg von 1,2 Prozent im Dezember.

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