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07.01.2015

13:12 Uhr

Staatsanleihen

Rendite für Griechenland-Bonds steigt auf zehn Prozent

Die Rendite der zehnjährigen griechischen Staatsanleihen steigt erstmals seit knapp anderthalb Jahren über zehn Prozent. Grund ist die neuentfachte Debatte über einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone.

Griechenland ist hoch verschuldet. dpa

Griechenland ist hoch verschuldet.

AthenDem griechischen Staat kommt die Debatte um einen Euro-Abschied teuer zu stehen. Seine Geldgeber verlangen wegen der ungewissen Zukunft höhere Risikoprämien. Am Markt kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen des hoch verschuldeten Landes am Mittwoch erstmals seit knapp anderthalb Jahren über zehn Prozent. Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise 2012 hatte die Rendite zeitweise sogar mehr als 40 Prozent betragen, danach war sie bis auf rund 5,6 Prozent gefallen.

Der griechische Staat musste Investoren bei der Versteigerung von Geldmarktpapieren mit höheren Zinsen locken. Die durchschnittliche Rendite kletterte auf 2,30 von zuvor 2,15 Prozent, wie die Finanzagentur mitteilte. Der Staat nahm mit dem Papier 1,625 Milliarden Euro ein.

Die neu entfachte Debatte über einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone lässt viele Bond-Anleger „sichere Häfen“ ansteuern. Dies drückt die Renditen der zehn- und 30-jährigen deutschen Bundesanleihen auf neue Tiefstwerte von 0,433 und 1,060 Prozent.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Neben der "Grexit"-Debatte drückten die Spekulationen um baldige umfassende Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) die Renditen. Sie erhielten Nahrung vom Rückgang der Preise in der Euro-Zone: Im Dezember fielen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit erstmals seit gut fünf Jahren. Mit dem Kauf von Staatsanleihen sogenannten Quantitative Easing (QE) könnten die Währungshüter die Konjunktur ankurbeln und damit die drohende Deflation – eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen – abwenden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Helga Trauen

07.01.2015, 13:25 Uhr

Da werden sich Goldman-Sucks und Co. wieder richtig die Taschen vollmachen. Der Steuerzahler wird erleichtert. Aber klar, Herr Lucke und Herr Henkel: Alles Verschwörungstheorie. Aber keine Sorge, ich muss die AfD nicht verlassen. Eine Partei, die dem "christlichen Sozialismus" frönt, ist mir absolut zuwider...

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