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17.08.2011

13:37 Uhr

Staatsanleihen

Schuldensünder Portugal zahlt weniger

Portugal hat über eine Milliarde Euro bei der Ausgabe neuer Anleihen eingenommen - und muss dafür jetzt weniger Zinsen zahlen als bisher. Grund sind die erfolgreichen Maßnahmen bei der Sanierung der Staatsfinanzen.

Blick auf den Rossio-Platz und das beleuchtete Nationaltheater von Lissabon. Quelle: dpa

Blick auf den Rossio-Platz und das beleuchtete Nationaltheater von Lissabon.

LissabonSchuldensünder Portugal hat nach seinen jüngsten Sanierungsbemühungen frisches Kapital zu niedrigeren Zinsen als zuletzt erhalten. Das ärmste Land Westeuropas brachte am Kapitalmarkt kurzläufige Staatsanleihen im Gesamtwert von 1,157 Milliarden Euro erfolgreich unter. Wie die portugiesische Schuldenagentur (IGCP) in Lissabon mitteilte, wurde zunächst eine dreimonatige Anleihe sogenannter „Bilhetes do Tesouro“ mit einem Volumen von 985 Millionen Euro platziert. Im Vergleich zur letzten entsprechenden Ausgabe (4,967 Prozent Anfang August) fiel die Rendite auf 4,854 Prozent. Für Anleihen mit sechsmonatiger Laufzeit im Gesamtwert von 172 Millionen Euro betrug die Durchschnittsrendite unterdessen nach Angaben von Marktteilnehmern 4,989 Prozent. Die beiden Emissionen seien jeweils 1,8- und 7,2-fach überzeichnet gewesen, hieß es.

Die internationalen Geldgeber hatten dem Euro-Land Portugal vergangene Woche Erfolg bei den bisherigen Maßnahmen zur Sanierung der Finanzen bescheinigt. Mit der positiven Bewertung der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäische Zentralbank wurde für Portugal der Weg frei für den Erhalt einer neuen Tranche des 78 Milliarden Euro schweren Hilfspakets. Als Gegenleistung für das Hilfspaket muss Portugal dieses Jahr das Haushaltsdefizit von 9,1 Prozent (2010) auf 5,9 Prozent senken. Dazu will man unter anderem das Privatisierungsprogramm beschleunigen, den Finanzsektor reformieren und den Bankensektor entschulden. Außerdem sollen Renten, Gehälter und das Arbeitslosengeld weiter gekürzt, Steuern angehoben und der Arbeitsmarkt flexibilisiert werden.

Von

dpa

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