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24.04.2012

12:45 Uhr

Staatsanleihen

Zinsen für Italien und Spanien steigen

Das wird teuer: Wegen der Euro-Krise müssen Italien und Spanien wieder deutlich mehr bezahlen, um sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen. Immerhin hatten beide Länder keine Probleme, neue Mittel aufzunehmen.

Spanische Ein-Euro-Münze. dpa

Spanische Ein-Euro-Münze.

Madrid, RomAngesichts der Unruhe wegen der Euro-Krise ist es für Spanien und Italien wieder deutlich teurer geworden, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen. Spanien konnte sich am Dienstag zwar 1,93 Milliarden Euro über die

Ausgabe kurzfristiger Anleihen sichern, die verlangten Zinsen verdoppelten sich aber annähernd. Das italienische Finanzministerium konnte Staatsanleihen im Wert von fast 3,5 Milliarden Euro mit Laufzeiten bis 2014, 2017 und 2019 platzieren. Aber auch hier zogen die Zinsen deutlich an.

Trotz massiver Sparbemühungen ihrer Regierungen gelten Italien und Spanien weiter als Wackelkandidaten in der Euro-Schuldenkrise. Italien hat mit einer Gesamtverschuldung von rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung nach Griechenland den höchsten Schuldenberg in der Eurozone. Spanien liegt mit gut 68 Prozent zwar deutlich darunter, hat aber größere Probleme, seine Wirtschaft wieder in Schwung und sein Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Spanien erreichte nun am Dienstag zwar ohne Probleme sein Ziel, zwischen einer und zwei Milliarden Euro aufzunehmen. Die Zinsen, die Madrid den Anlegern gewähren musste, verdoppelten sich im Vergleich zur letzten vergleichbaren Anleiheausgabe Ende März aber fast, wie die spanische Zentralbank mitteilte. Für dreimonatige Schuldverschreibungen zahlt Spanien demnach nun 0,634 Prozent Zinsen (zuvor: 0,381 Prozent) und für sechsmonatige Papiere 1,580 Prozent (zuvor: 0,836 Prozent).

Auch Italien erreichte mit 3,44 Milliarden Euro praktisch sein Maximalziel. 2,5 Milliarden Euro nahm das Finanzministerium dabei über Schuldverschreibungen bis 2014 ein, für die Rom 3,355 Prozent Zinsen bieten musste - einen Prozentpunkt mehr als Ende März. Weitere 501 Millionen Euro kamen über Titel mit einer Laufzeit bis 2017 zusammen, für die nun 3,88 Prozent Zinsen gezahlt werden müssen statt 2,04 Prozent Ende März. Schließlich gab Rom Papiere für 441,5 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2019 zu einem Zinssatz von 4,32 Prozent aus - anstatt 3,06 Prozent wie beim letzten Mal.

Wie verschuldet ist Europa?

Griechenland

Staatsverschuldung: 152 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 7,4 % des BIP (2011); Rating: CCC (S&P), Caa1 (Moody's), B+ (Fitch)

Irland

Staatsverschuldung: 114 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 10,8 % des BIP (2011); Rating: BBB+ (S&P), Baa3 (Moody's), BBB+ (Fitch)

Portugal

Staatsverschuldung: 90,5 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 5,6 % des BIP (2011); Rating: BBB- (S&P), Baa1 (Moody's), BBB- (Fitch)

Spanien

Staatsverschuldung: 64 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 6,2 % des BIP (2011); Rating: AA (S&P), Aa2 (Moody's), AA+ (Fitch)

Italien

Staatsverschuldung: 120 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 4,3 % des BIP (2011); Rating: A+ (S&P), Aa2 (Moody's), AA- (Fitch)

Belgien

Staatsverschuldung: 97 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 3,9 % des BIP (2011); Rating: AA+ (S&P), Aa1 (Moody's), BB+ (Fitch)

Deutschland

Staatsverschuldung: 80 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 2,4 % des BIP (2011); Rating: AAA (S&P), Aaa (Moody's), AAA (Fitch)

Von

afp

Kommentare (1)

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Wutbuerger

24.04.2012, 13:30 Uhr

Die Banken erhalten zu 1% Zins das Geld von der EZB und verleihen es nun zu 6% Zins an die Länder und sanieren sich somit auf Kosten der Bürger. Das ist schon eine Prachtsleistung der Banker und deshalb sind auch die hohen Bonis gerechtfertigt!!

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