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17.10.2013

11:56 Uhr

Staatsanwaltschaft Hof

Bankerin soll Millionen ergaunert haben

Eine risikolose Rendite in Höhe von fünf Prozent im Monat soll eine Bankerin versprochen und so Anleger um 10,5 Millionen Euro betrogen haben. Um die Masche nicht auffliegen zu lassen, setzte sie auf einen alten Trick.

Justitia in einem Gerichtgebäude: Die Staatsanwaltschaft Hof wirft einer Bankerin gewerbsmäßigen Betrug vor. dpa

Justitia in einem Gerichtgebäude: Die Staatsanwaltschaft Hof wirft einer Bankerin gewerbsmäßigen Betrug vor.

HofDie Staatsanwaltschaft Hof hat Anklage gegen eine 50-jährige Investmentbankerin erhoben, die über ein Schneeballsystem 10,5 Millionen Euro von ihren Kunden ergaunert haben soll. Der seit März in Untersuchungshaft sitzenden Frau werde gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, teilten die Ermittler am Donnerstag mit. Ihrem Ehemann wird demnach Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug sowie zur gewerbsmäßigen Geldwäsche zur Last gelegt. Die Angeklagte wohne im Landkreis Hof.

Sie trat den Ermittlern zufolge gegenüber Investoren als seriöse, erfahrene und fachlich versierte Geschäftsfrau auf. Diesen habe sie zugesichert, dass es ihr aufgrund besonderer Kontakte im Bereich des Investmentbankings möglich sei, Gelder risikofrei bei einer monatlichen Dividende von 5 Prozent und mehr anzulegen.

Wann Anleger misstrauisch werden sollten

Vorsicht Vermittler

Viele Finanz- und Versicherungsvermittler haben vor allem eines im Sinn: Die eigene Provision. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt, wann Anleger misstrauisch werden sollten.

Interessen kennen

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es keine kostenlosen Beratungen gibt. Aufgrund des Provisionsinteresses ist jede „Beratung“ durch eine Bank oder einen Finanzvertrieb in Wirklichkeit ein Verkaufsgespräch.

Gier vermeiden

Lassen Sie sich von den angepriesenen Renditechancen nicht blenden, sondern hinterfragen Sie kritisch auch die mit dem Anlageprodukt verbundenen Risiken.

Heitere Gelassenheit

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn man Ihnen keine Zeit lassen will, um das Angebot nochmals zu überdenken und zu prüfen, dann hat der Anbieter etwas zu verbergen.

Gefährliche Formulierungen

Prüfen Sie das Beratungsprotokoll und achten Sie darauf, dass nicht irgendwelche Formulierungen enthalten sind, mit denen Ihnen im Streitfall die Verantwortung zugeschoben wird – beispielsweise mit Formeln wie „auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden“ oder Risikohinweisen, die im Gespräch überhaupt nicht auf den Tisch gebracht worden sind.

Schneller Rücktritt

Nutzen Sie beim Abschluss eines Vertrags in den eigenen vier Wänden die Widerrufsfrist, um das Geschäft nochmals zu überdenken. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, von Ihrem Rücktrittsrecht auch Gebrauch zu machen.

Ausdauer

Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag, wenn Sie das Finanzprodukt nicht voll und ganz verstanden haben.

Fürsorge

Helfen Sie mit, ältere Menschen vor Finanzhaien zu schützen, indem Sie innerhalb Ihrer eigenen Familie Aufklärungsarbeit leisten und Ihren Eltern bei ihren Finanzgeschäften Unterstützung anbieten.

Initiative

Machen Sie sich in Finanzfragen nicht von externen Beratern abhängig, sondern eignen Sie sich Grundwissen über die wichtigsten Anlageformen an. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu leicht verständliche und praxisnahe Ratgeber.

Strategie

Stellen Sie immer die Finanzplanung an die erste Stelle und entscheiden Sie erst danach, welche Produkte überhaupt infrage kommen. So vermeiden Sie spontane Anlageentscheidungen, die langfristig nicht zu Ihrer Lebensplanung passen. Quelle: Schwarzbuch Banken von der Verbraucherzentrale NRW

In den Jahren 2008 bis 2012 habe sie so ihre Kunden überzeugt, bei den von ihr beherrschten Firmen insgesamt 10,5 Millionen Euro anzulegen. Das Geld habe das Ehepaar tatsächlich aber zu einem Großteil zu eigenen Zwecken verwendet. Außerdem hätten sie mit Neuanlagen in dem von ihnen betriebenen Schneeballsystem Altinvestoren beruhigt.

Von

afp

Kommentare (19)

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diwoccs

17.10.2013, 12:14 Uhr

Ich hoffe, sie hat ein wenig zurueckgelegt: sie bekommt
5 Jahre, nach 40 Monaten ist sie raus und geht dann ins Ausland.......

eksom

17.10.2013, 12:16 Uhr

Alle Gierigen und Nimmersatten, die im Monat 5 % erwarten geschieht es recht!

Numismatiker

17.10.2013, 12:40 Uhr

"...und so Anleger um 10,5 Millionen Euro betrogen haben."

Peanuts im Vergeich zu dem, was die Diebe in unseren Parlamenten uns tagtäglich legal stehlen.

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