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07.07.2014

15:55 Uhr

Stärke der US-Wirtschaft belastet

Anleihemärkte grenzen Verluste ein

An den Anleihemärkten überwiegen am Montag nach schwachem Auftakt die Käufer. D ie Renditen sind am Nachmittag leicht rückläufig. Die USA scheinen die Krise hinter sich gelassen zu haben, beobachten Volkswirte.

Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren derzeit bei 1,26 Prozent. dpa

Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren derzeit bei 1,26 Prozent.

An den Anleihemärkte überwogen am Montag nach schwachem Auftakt die Käufer. Der Handel verlief in engen Spannen, die Renditen waren am Nachmittag leicht rückläufig. Bei den deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren war die Rendite behauptet bei 1,26 Prozent. Der Bund-Future legte vier Basispunkte zu auf 146,88 Prozent. In den USA rentierten Treasuries mit Fälligkeit in zehn Jahren einen Basispunkt niedriger bei 2,63 Prozent.

„Die USA haben die Krise hinter sich gelassen“, sagte Hans Kunnen, leitender Volkswirt bei St. George Bank Ltd. in Sydney. „Viele Stellen wurden geschaffen. Wir sehen viele positive Entwicklungen. Das führt tendenziell zu steigenden Zinsen“, so Kunnen weiter. Er rechnet bis zum Jahresende mit einem Renditeanstieg der zehnjährigen Treasuries auf 2,85 Prozent.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Für Gesprächsstoff sorgte eine Einschätzung der US-Bank Goldman Sachs. Chefökonom Jan Hatzius hatte in einer Studie am Sonntag geschrieben, die Fed könnte die Zinsen bereits im vierten Quartal 2015 anheben. Bisher war die Bank von diesem Schritt im ersten Quartal 2016 ausgegangen.

Wir könnten weitere Banken sehen, die in dieser Woche ihren Ausblick für eine Zinsanhebung aktualisieren“, sagte Piet Lammens, Leiter Research bei KBC Bank NV in Brüssel. Dann könnten sich weitere Verluste bei Treasuries und höhere Renditen einstellen, ergänzte Lammens.

Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH plant unterdessen erstmals, bei einigen Derivat-Transaktionen Sicherheiten anzubieten, wie Bloomberg News unter Berufung auf Jörg Müller, den Sprecher der Finanzagentur, berichtete.

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

07.07.2014, 13:21 Uhr

"Die Kurse an den Anleihemärkten fallen und zehnjährige Bundesanleihen rentieren um einen Basispunkt höher."

Was machen jetzt die Bundestagsabgeordneten?

Haben sie nicht jüngst den Versicherten die Bewertungsreserven abgesprochen, weil die Zinsen niedrig blieben?

Klar, die Bewertungsreserven schmelzen ab, wenn man die Anleihen nicht in ihrem Wert abtgesichert hatte und der Zins-Chash Fow steigt stark an. Man hätte annehmen dürfen, dass Versicherungen eben im absichern von Risiken Meister sind.

Wir müssen uns darauf einstellen und die Frage stellen und überprüfen, ob wir es hier nicht einfach mit Ganoven in Versicherungen, in den Parlamenten und in der Regierung zu tun haben. Zumindest darf man nicht mehr blauäugig davon ausgehen, dass wir es mit ehrenhaften Leuten zu tun haben.

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