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01.02.2012

11:59 Uhr

Standard & Poor's

Hohe Gesundheitskosten gefährden Top-Bonität

Teure Gesundheitssysteme könnten in Zukunft die stärksten Wirtschaftsnationen der Welt ihre Top-Bonität kosten. Ohne erfolgreiche Reformen könnte jede von ihnen bis 2035 das AAA-Rating verlieren, warnt Standard & Poor's.

Standard & Poor's mahnt die großen Wirtschaftsnationen zu Gesundheitsreformen. dpa

Standard & Poor's mahnt die großen Wirtschaftsnationen zu Gesundheitsreformen.

WashingtonDer starke Anstieg der Gesundheitskosten könnte für die stärksten Wirtschaftsnationen der Welt nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor's langfristig den Verlust ihrer Top-Kreditwürdigkeit bedeuten. Sollten die Regierungen die hohen Kosten nicht durch Rentenreformen und Änderungen der Sozialsysteme in den Griff bekommen, habe bis zum Jahr 2035 möglicherweise keines der 49 wirtschaftlich starken Länder mehr die Top-Bonität AAA, erklärte die Ratingagentur am Dienstag.

„Unsere Simulationen zeigen, dass die Herabstufungen 2015 beginnen und eine Reihe wichtiger Staaten mit hoher Bonitätsnote betreffen“, erklärte S&P. Danach betrage die Netto-Staatsverschuldung im Jahr 2030 für Frankreich 164 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 178 Prozent für Großbritannien, 209 Prozent für die USA und 314 Prozent für Japan.

Ein derartiges Szenario könne aber durch Reformen vermieden werden, erklärte die Agentur. In einigen Ländern seien sie schon angestoßen worden, vor allem in Europa, wo das Problem der alternden Bevölkerung bekannt sei. Denkbar seien eine „Vereinfachung“ und Digitalisierung des Gesundheitssystems, Maßnahmen gegen Betrug, eine stärkere Privatisierung der Gesundheitsdienste sowie ein „Zurückfahren des Umfangs und der Großzügigkeit“ der Krankenversicherungen.

Derzeit bewertet S&P die langfristige Kreditwürdigkeit bei einem Fünftel der 49 Länder mit der besten Note. In den vergangenen sechs Monaten verloren drei von ihnen die Top-Bonität: Die USA im August, Frankreich und Österreich im Januar.

Von

afp

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

01.02.2012, 12:24 Uhr

Soll sich die Gesellschaft nun von den Rating-Agenturen (eher: Ratten-Agenturen) vorschreiben lassen, welche Grundversorgung wie anzubieten ist? Ich denke, man sollte da 'mal eine schlechtere Bewertung einmal in Kauf nehmen. Wenn alle relevanten Akteure dann AA+ sind ist es eh' egal.

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