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29.11.2013

10:21 Uhr

Standard & Poor's

Ratingagentur entzieht Niederlande die Bestnote

Die Wirtschaft der Niederlande befindet sich in schlechter Verfassung. Die Ratingagentur S&P zieht daraus Konsequenzen: Das Land verliert die Bestnote für die Kreditwürdigkeit. Spanien kann dagegen aufatmen.

Von der Topnote  „AAA“ müssen sich die Niederlande erst einmal verabschieden. AFP

Von der Topnote „AAA“ müssen sich die Niederlande erst einmal verabschieden.

LondonDie US-Ratingagentur hat den Niederlanden bei den langfristigen Aussichten die Bestnote AAA aberkannt. Weil die Wachstumsaussichten des EU-Landes mittlerweile schwächer einzuschätzen seien als bisher angenommen, werde die Bewertung um eine Stufe auf AA+ herabgesetzt, teilte S&P am Freitag mit. Der Regierung werde es voraussichtlich schwerer fallen, ihre Haushaltsziele zu erreichen.

Mit dieser Entscheidung gibt es weltweit nur noch zehn Länder, davon sieben in Europa, die von den drei großen Ratingagenturen S&P, Fitch und Moody's mit der Bestnote bewertet werden. Bei sieben von ihnen wird die Perspektive dieser Bewertung als „stabil“ eingestuft, bei den drei übrigen, darunter Deutschland, warnen die Agenturen vor einem negativen Ausblick.

S&P hob am Freitag zudem die Perspektive für die Kreditwürdigkeit Spaniens auf "stabil" an. Die S&P-Analysten gehen also davon aus, dass die Bewertung BBB- beibehalten wird. Bislang hatten sie die Perspektive dieser Note mit „negativ“ eingestuft.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Die Ratingagentur begründete ihre Entscheidung damit, dass Spanien derzeit von einer fortschreitenden Wirtschaftserholung profitiere. Dies verdanke das Land insbesondere seinen Exporten in Kombination mit Haushalts- und Strukturreformen. Auch die Maßnahmen der Euro-Zone tragen laut S&P zu der Erholung bei. Am Donnerstag war mitgeteilt worden, dass Spanien im dritten Quartal dieses Jahres die Rezession hinter sich gelassen hat, in die es vor zwei Jahren gerutscht war.

Wegen der anhaltend hohen Verschuldung des Staates und der Privathaushalte sowie wegen schwacher Wachstumsaussichten behielt S&P aber die Note BBB- bei, die nur eine Stufe über einer Bewertung als Risiko-Land liegt. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Spaniens Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 um 1,2 Prozent schrumpft, bevor es 2014 voraussichtlich um 0,8 Prozent und 2015 um 1,2 Prozent zulege.

Entwarnung gab es dagegen für Spanien. Dem südeuropäischen Land droht bei Standard & Poor's (S&P) erst einmal keine weitere Abstufung. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit sei wegen der sich schrittweise verbessernden Lage der Wirtschaft von negativ auf stabil angehoben worden, teilte die Ratingagentur am Freitag in London mit.

S&P hatte die Note für Spanien vor etwas mehr als einem Jahr um zwei Noten auf „BBB-“ gesenkt. Damit ist das südeuropäische Land nur noch einen Schritt vom sogenannten Ramschniveau entfernt, mit dem Ratingagenturen spekulative Anlagen kennzeichnen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

29.11.2013, 08:51 Uhr

Da bin ich doch mal gespannt, wann Deutschland an der Reihe ist. Das Fundament fuer die Abstufung muss ja nur noch in Berlin unterzeichnet werden.

Account gelöscht!

29.11.2013, 10:27 Uhr

Rating-Agenturen? Was ist das denn?
Kann man die kaufen? Ja, die USA und Groß-Britannien beweisen es seit Jahren.

Solange diese Pleitegeier ihre "Noten" behalten, kann ich die nicht ernst nehmen.

Rechner

29.11.2013, 10:57 Uhr

Das Niveau der Kommentare entspricht inzwischen weitgehend dem Niveau der Moderation.

Die Ausstattung des Netzrahmens mit bewegten Elementen läßt so manche Internet-Spielhölle vor Neid erblassen.

Wirtschaftsjournalismus als Rummelplatz mit dem örtlichen Chapter des Motorradvereins als Rausschmeißer.

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