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07.06.2011

10:00 Uhr

Stephen King im Interview

„Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“

VonJörg Hackhausen

ExklusivMit milliardenschweren Hilfen lässt sich Griechenland nicht retten, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC. Warum der Euro in Gefahr ist, Schuldensünder bestraft werden sollten und die Deutschen nicht unschuldig sind.

Wenn Europa den Euro will, muss es enger zusammenrücken, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC. Quelle: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt

Wenn Europa den Euro will, muss es enger zusammenrücken, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC.

Handelsblatt: Griechenland verpflichtet sich, noch mehr zu sparen. Kommt das Land so aus der Krise?

Stephen King: Die Griechen können noch so viel sparen, mit Sparprogrammen allein kommen sie nicht aus der Krise heraus. Die Investoren glauben nicht an den Erfolg der Sparmaßnahmen, sie fürchten im Gegenteil, dass diese das künftige Wachstum belasten werden. Die Anleiherenditen steigen deshalb weiter.

Handelsblatt: Wie sollen Staaten wie Griechenland oder Portugal ihre Schulden jemals zurückzahlen?

King: In den nächsten zwei, drei Jahren werden Griechenland und Portugal nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren können. Durch neue Hilfspakete wird eine Lösung nur hinausgezögert, die fundamentalen Probleme bestehen weiter. Klar ist, dass irgendeine Art von Umschuldung notwendig sein wird, an der die Privatinvestoren beteiligt werden.

Handelsblatt: Die Investoren werden sich also auf Verluste einstellen müssen.

King: Es geht nicht so sehr darum, was mit einzelnen Anleihegläubigern passiert. Es geht um die Stabilität des Finanzsystems insgesamt. Die Frage ist: Wird eine Umschuldung ähnliche Folgen haben wie damals die Lehman-Pleite? Es gibt viele, die glauben, dass es zu einem Kollaps des Finanzsystems kommen wird.

Handelsblatt: Was denken Sie?

King: Ich denke nicht, dass es so weit kommen muss. Allerdings müssten Vorkehrungen getroffen werden, wie eine Umschuldung in geordneten Bahnen ablaufen kann. Und in jedem Fall müsste die Europäische Zentralbank mit an Bord sein.

Kommentare (28)

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EGAL

07.06.2011, 10:29 Uhr

Anstatt die Politische Suveränität eines ganzen Landes abzugeben, könnte die EU die Politiker selbst enteignen um so die entstandenen Finanzlücken zu schließen. Somit würden Politiker für ihr Fehlverhalten persönlich haftend gemacht für die SB an der Staatskasse. Das wäre eine viel effektivere Strafe als ein Land politisch zu entdemokratisieren und in anderen Worten zu versklaven.

Account gelöscht!

07.06.2011, 10:52 Uhr

Ihr habt vielleicht Probleme *kopfschüttel*

Kalle

07.06.2011, 11:22 Uhr

Die Dämme sind längst gebrochen, indem die eigenen Verträge und Gesetze nicht eingehalten worden. Dieses gemeinschaftliche Verbrechen an den Ersparnissen der europäischen Bürger wird fürchte ich zu Blutvergiessen führen. Wir können uns nur noch materiell und geistig vorbereiten und aus allem Papier flüchten.

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