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07.01.2014

09:52 Uhr

Strom

Sinkende Energiepreise, taumelnde Versorger

Die Strompreise für den Großhandel sinken im laufenden Jahr voraussichtlich das vierte Mal in Folge. Die Versorger stocken die Kapazität von Kohle-Kraftwerken so stark auf wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.

Strommasten in Duisburg: Mit den zunehmenden Kapazitäten sinken die Preise. dpa

Strommasten in Duisburg: Mit den zunehmenden Kapazitäten sinken die Preise.

Auch wenn die Verbraucher davon wieder ein Mal wenig merken werden: In Deutschland wird Energie immer billiger. So soll der Terminkontrakt auf Elektrizität zur Lieferung in 2014 um durchschnittlich rund sechs Prozent niedriger notieren als 2013. Dieses Ergebnis ist der Mittelwert von neun Schätzungen, die Analysten und Händler abgegeben haben und die Bloomberg News zusammengestellt hat.

„Die Ausweitung der Erzeugungskapazität wird zu einem Angebot von 17 Prozent über der Spitzennachfrage führen,“ so die Einschätzung der Investmentbank Bryan Garnier & Co. in Paris. Seit 2010 ist der deutsche Strompreis auf dem Großhandelsmarkt um 32 Prozent eingebrochen.

Vor allem die Rekord-Stromproduktion aus Wind und Sonnenkraft drückte bisher auf den Preis. Denn die  Nachfrage ist so schwach wie seit vier Jahren nicht. Jetzt kommen zusätzliche Kapazitäten aus Kohlekraftwerken hinzu.

So vergleichen Sie richtig

Tipps der Verbraucherzentrale

Vergleichsrechner im Internet sind eine sinnvolle Hilfe bei der Suche nach einem günstigen Stromtarif. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie Verbraucher die Rechner richtig nutzen.

Mehrere Preisrechner nutzen

Im Internet finden sich zwar etliche Vergleichsrechner, viele davon greifen aber auf dieselben Preis-Datenbanken zurück. Die größte Transparenz verschafft sich, wer parallel bei verschiedenen Anbietern sucht wie zum Beispiel Verivox, Check 24, Toptarif oder Mut-zum-Wechseln.

Voreinstellungen bewusst wählen

In vielen Eingabemasken sind bestimmte Suchkriterien voreingestellt. Wer mehrere Rechner nutzt, sollte immer dieselben Einstellungen wählen. Die Verbraucherzentrale rät, Angebote mit Vorkasse oder Kaution von der Suche auszuschließen. Auch Boni sollte man zunächst ausblenden, um den Preisvergleich nicht zu verzerren.

Hervorgehobene Angebote hinterfragen

Zurzeit finden sich bei manchen Vergleichsrechnern hervorgehobene Angebote ganz oben in der Ergebnisliste, beim Preisrechner Verivox etwa heißen sie „Tipp“, gleichzeitig sind sie als „Anzeige“ ausgewiesen. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass bezahlte Anzeigen in Preisrechnern oft nicht deutlich genug markiert sind. Für Verbraucher ist in vielen Fällen nicht erkennbar, aus welchem Grund manche Angebote besonders empfohlen werden.

Nicht nur auf den Preis schauen

Wer bei der Suche den billigsten Anbieter wählt, kann später Probleme bekommen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich Beschwerden über Stromanbieter, die sich oder ihre Markentöchter mit besonders preiswerten Angeboten an die Spitze der Preisvergleiche schieben. Vor dem Zuschlag sollte jeder im Internet recherchieren, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Anbieter haben.

Vor Vertragsschluss recherchieren

Zur Suche gehört auch: Nicht sofort über den Preisrechner einen neuen Vertrag abschließen. Die Rechner übernehmen nämlich keine Gewähr für Konditionen. Verbraucher sollten sich erst auf den Internetseiten des jeweiligen Stromanbieters informieren, ob der ausgewählte Tarif noch aktuell ist. Auch ein Vertragsabschluss ist natürlich mit dem Stromanbieter direkt möglich, statt über einen Stromvergleichsrechner.

Sich höchstens für ein Jahr binden

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit dem neuen Anbieter einen Vertrag von nicht länger als einem Jahr Laufzeit zu vereinbaren. Die Kündigungsfrist sollte höchstens einen Monat betragen. Denn auch vermeintliche Preisgarantien werden im Kleingedruckten manchmal eingeschränkt, so dass die Preise weiter steigen können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich die Chance lassen, auf neue Marktentwicklungen schnell zu reagieren.

Da sich aber auch der Kohlepreis auf dem niedrigsten Niveau seit 2009 bewegt, sehen sich die Versorger veranlasst, konventionelle Kraftwerke zu bauen. Eon und RWE, die beiden größten deutschen Stromerzeuger, werden laut Analystenprognosen daher auch in diesem Jahr einen Gewinnrückgang berichten.

Kommentare (6)

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goalharry

07.01.2014, 10:01 Uhr

Dazu passt, dass der niederländische Aluproduzent Aldel Insolvenz angemeldet hat. Grund: der billige deutsche Industriestrompreis.
Die Unternehmensmeldung:

Aldel files for bankruptcy

Today, December 30th 2013, Aldel has filed for bankruptcy at the Court of Groningen. The Court is expected to confirm the bankruptcy later today

Aldel has been struggling with the ongoing and increasing differences in power prices for baseload industry between the Netherlands and surrounding countries. During the past period structural solutions for this non-level playing field have been investigated in close cooperation with the Minister of Economic Affairs, The Province of Groningen, the Works Council, the Unions, the Shareholder and many other parties involved with Aldel. In the end these shared efforts have not resulted in a solution for Aldel after which the filing for bankruptcy has become inevitable.

Aldel is a primary aluminium smelter based in Delfzijl ( NL). At this moment Aldel employs 300 direct employees and another 300 contractor employees.

Heul-doch

07.01.2014, 10:48 Uhr

@Fredi
CO2-Ausstoss besteuern ?? Wieso denn das ? Ohne CO2 kein Grünfpflanzenwachstum. Was glauben Sie, warum in NL CO2 - Tanks zugekauft werden, damit die Gewächshauskultur überhaupt erst möglich werden kann.

Die CO2 - Lüge/Klimaerwärmung müsste doch inzwischen auch bei Ihnen angekommen sein.

kWhZaehler

07.01.2014, 11:03 Uhr

Neues aus der Anstalt.

Als ob dieser ganze Wahnsinn nicht schon groß genug wäre.
Nein, Frau Aigner (CSU) will diesen Wahnsinn noch hebeln. Die EEG-Subventionen sollen nunmehr auf Pump finanziert werden.

Wäre auch ein Modell für die PKW-Maut: KFZ-Steuer belassen, PKW-Maut mit neuen Schulden finanzieren, Dobrindt wird Vorstand in einer neugeschaffenen Autobahn-Finanzierungs-Gesellschaft und Ramsauer wird Aufsichtsrat (beide Jahresgehalt jeweils nicht unter 1,8 Mio.).

GENIAL !!

Habe bereits Seehofer angerufen: Wer dagegen ist, fliegt!

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