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31.03.2014

10:56 Uhr

Studie

Deutsche Börse zieht Technologie-Unternehmen an

Bisher ist der weltweite Boom bei Börsengängen an Deutschland vorbeigegangen – das könnte sich bald ändern. Einige IPO-Kandidaten stehen bereits in den Startlöchern. Der Trend soll anhalten.

Zehn bis maximal 15 Neulinge könnten bald den Schritt an die deutsche Börse wagen. dpa

Zehn bis maximal 15 Neulinge könnten bald den Schritt an die deutsche Börse wagen.

FrankfurtDer weltweite Boom bei Börsengängen ist an Deutschland in diesem Jahr bisher fast spurlos vorübergegangen. Doch die Experten der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) bleiben zuversichtlich: „Hierzulande stehen einige IPO-Kandidaten in den Startlöchern, die mit guter Vorbereitung das Primärmarktjahr 2014 fest im Visier haben“, sagte EY-Listing-Experte Martin Steinbach am Montag. Nachdem vergangenes Jahr Immobilienaktien wie LEG oder Deutsche Annington im Fokus standen, erwartet Steinbach 2014 einen Schwerpunkt der Emissionen bei Technologieunternehmen. So trifft etwa der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions Vorbereitungen für einen Börsengang.

Insgesamt rechnet Steinbach mit zehn bis maximal 15 Neulingen an der deutschen Börse - im Einklang mit vielen Investmentbankern. Sie erwarten die meisten Börsengänge allerdings erst im zweiten Halbjahr. Bisher ließ sich nur der chinesische Textilkonzern Tintbright an der Frankfurter Börse neu listen, dazu kam mit Summit Germany eine deutsche Immobilienfirma, die an den Londoner Wachstumsmarkt AIM ging. Für Ende April ist die Erstnotiz der österreichisch-deutschen Immobilienfirma Buwog in Frankfurt fest eingeplant. Die Aktien der Immofinanz -Tochter werden allerdings nicht öffentlich angeboten, sondern nur den Immofinanz-Aktionären ins Depot gebucht.

Weltweit wagten nach Daten von EY bis Ende März so viele Unternehmen den Sprung an die Börse wie seit drei Jahren nicht mehr: Bei 228 (Vorjahr: 163) Börsengängen wurden 42,6 (24,4) Milliarden Dollar erlöst. Ein Hauptgrund für den Anstieg war, dass die chinesische Regierung wieder Börsenkandidaten zuließ, nachdem sie den Zustrom an die Finanzmärkte für gut ein Jahr gestoppt hatte. In China allein gingen 67 Firmen an die Börse, die 11,5 Milliarden Dollar einnahmen. In Europa gab es 38 (28) Neuemissionen, die im Schnitt deutlich größer ausfielen als noch vor Jahresfrist: Die Erlöse schnellten auf 12,9 (5,1) Milliarden Dollar.

Mit dem französischen Kabelnetzbetreiber Altice (2,04 Milliarden Dollar) und dem dänischen Gebäude- und Sicherheitsdienstleister ISS (1,52 Milliarden Dollar) fanden zwei der größten fünf Börsengänge in Europa statt. Die weltweite Spitzenposition hält bisher Hongkong mit dem Energie-Konzern HK Electric Investments, der 3,11 Milliarden Dollar einsammelte. Vor allem Finanzinvestoren nutzen die Börse derzeit in größerem Stil als lukrative Ausstiegsmöglichkeit aus ihren Beteiligungen. Hinter fast jedem dritten Börsengang stand im ersten Quartal eine Private-Equity-Firma. Das Emissionsvolumen ihrer Beteiligungsfirmen verdoppelte sich auf 16,9 Milliarden Dollar. Dieser Trend werde im Verlauf des Jahres anhalten, sagte Steinbach.

Von

rtr

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