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18.07.2013

16:27 Uhr

Südeuropa-Aktien

Die Schnäppchenjagt beginnt

In der Euro-Krise wurden viele südeuropäische Unternehmen an der Börse abgestraft - zu Unrecht, meinen Analysten. Viele der Krisenländer-Aktien werden deutlich unter Wert gehandelt und bieten Chancen für Anleger.

Entstaubt: Die Aktien von Fiat-Industrial gehören zu den Schnäppchen, die derzeit am südeuropäischen Aktienmarkt zu finden sind. Viele der spanischen und italienischen Unternehmen sind unterbewertet. dapd

Entstaubt: Die Aktien von Fiat-Industrial gehören zu den Schnäppchen, die derzeit am südeuropäischen Aktienmarkt zu finden sind. Viele der spanischen und italienischen Unternehmen sind unterbewertet.

Die Schuldenlöcher sind tief, die Wirtschaft liegt am Boden - Staaten in Südeuropa sind für die meisten Anleger der Inbegriff der Euro-Krise. Kein Wunder also, dass sie von Aktien aus der so genannten Peripherie lieber die Finger lassen. Doch aus Sicht vieler Experten ist das zu kurz gedacht: Sowohl der Gesamtmarkt als auch einzelne Aktien sind durchaus einen Blick wert.

„Die Märkte in der Peripherie haben ordentlich Aufholpotenzial - vor allem, wenn die Euro-Zone erst einmal auf den Wachstumspfad zurückkehrt“, sagt Markus Zipperer, Chefinvestment-Stratege bei der Credit Suisse Deutschland. Auch für Christoph Riniker, Analyst bei Julius Bär, ist klar: Auf der Suche nach Rendite dürften Anleger langfristig gerade bei Aktien aus Italien oder Spanien fündig werden.

Ratings der europäischen Länder (Buchstaben A - M)

Albanien

S&P Rating: B+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: B1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Andorra

S&P Rating: A-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Bulgarien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Dänemark

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Island

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Kroatien

S&P Rating: BB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Lettland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Liechtenstein

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Litauen

S&P Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Mazedonien

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moldawien

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Montenegro

S&P Rating: BB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba3
Ausblick: Stabil

Hoffnung auf eine Wende zum Besseren machten zuletzt etwas bessere Wirtschaftsdaten aus den Krisenländern. „Das Schlimmste der Euro-Krise liegt hinter uns und an Mechanismen, die eine erneute Schieflage verhindern sollen, wird gearbeitet“, sagt Riniker. Dazu zähle zum Beispiel die angestrebte Bankenunion, die Finanzinstitute in den Krisenländern stärken und letztlich auch die Kreditklemme in den südlichen Euro-Staaten bekämpfen soll. „Natürlich bedarf es noch einiger Geduld, bis es klare Lösungen gibt. Aber es geht voran“, urteilt der Stratege.
Für Philip Dicken von Threadneedle Investments sind vor allem solche Konzerne interessant, die in Südeuropa ansässig sind, ihren Hauptumsatz aber nicht im krisengeschüttelten Heimatmarkt sondern zum Beispiel in Schwellenländern machen. Auch Herbert Perus, Leiter des Bereichs globale Aktien bei Raiffeisen Capital Management, findet, dass sich das genaue Hinschauen lohnt. „Viele Unternehmen werden dafür abgestraft, weil sie etwa in Italien oder Spanien sitzen. Und nur weil die Anleger den Finanzen des Staates misstrauen, misstrauen sie auch den dort ansässigen Unternehmen.“ Dieses Schwarz-Weiß-Denken nehme Anlegern allerdings die Möglichkeit, bei Schnäppchen zuzugreifen und gutes Geld zu machen.

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