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23.08.2016

11:15 Uhr

Tele Columbus

„Wir wollen so schnell es geht wachsen“

Der drittgrößte deutsche Kabelanbieter Tele Columbus setzt nach seinem Börsengang in 2015 auf schnelles Wachstum - und schnelles Internet. Das macht das Unternehmen auch für Fans hochauflösender Onlinespiele interessant.

Tele Columbus will sich stärker als Unterhaltungsanbieter positionieren. Dabei setzt das Unternehmen auch auf die hohen Geschwindigkeiten seines Netzes. In einigen Regionen kommt Tele Columbus schon auf 400 MBit/s. Das macht es auch für Kunden interessant, die hochauflösende Online-Games spielen. dpa

Fernsehen, Internet, Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand

Tele Columbus will sich stärker als Unterhaltungsanbieter positionieren. Dabei setzt das Unternehmen auch auf die hohen Geschwindigkeiten seines Netzes. In einigen Regionen kommt Tele Columbus schon auf 400 MBit/s. Das macht es auch für Kunden interessant, die hochauflösende Online-Games spielen.

DüsseldorfEs gab Zeiten, da waren die Grenzen klar abgesteckt: Telekommunikationsanbieter, allen voran die Deutsche Telekom, boten Telefondienste an, später auch die Verbindung ins Internet. Die Kabelnetzbetreiber boten Kabelfernsehen an. In die Quere kamen sich die beiden Sparten nicht. Doch dann hat der technische Fortschritt sie gleichgemacht. Alle bieten heute Internet an - und weil darüber längst auch telefoniert und ferngesehen werden kann, hat sich das Produktportfolio der Anbieter weitgehend angeglichen.

So kommt es, dass Tele Columbus, einst regionaler Kabelnetzbetreiber in und um Berlin, mit den ganz Großen der Branche, Deutsche Telekom und Vodafone, um Kunden konkurriert. Für den Vorstandsvorsitzenden Ronny Verhelst ist das jedoch kein Problem: „Wir sind kleiner als die Wettbewerber, aber dadurch sind wir auch beweglicher“, sagte er dem Handelsblatt. Sein Hauptaugenmerk: „Wir wollen so schnell es geht wachsen.“

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Bisher gelang das dem Unternehmen besonders durch zwei Übernahmen. Im Juli 2015 kaufte Tele Columbus den Kabelanbieter Primacom für 711 Millionen Euro. Zwei Monate später folgte die Übernahme von Pepcom für 608 Millionen Euro. Damit hat sich das Berliner Unternehmen als drittgrößter Kabelnetzbetreiber im Markt etabliert. Im Rückblick sagt Vehelst heute: „2015 war ein unglaubliches Jahr. Wir haben einen Börsengang und zwei Übernahmen gestemmt.“ Tele Columbus war Mitte Januar mit einem Einstandspreis von zehn Euro pro Aktie an die Börse gegangen. Im Juni folgte der Aufstieg in den SDax. Derzeit steht der Kurs bei knapp über acht Euro. Die beiden Übernahmen haben das Papier belastet.

Dennoch sind Analysten optimistisch. Das Ergebnis des zweiten Quartals überzeugte. Cengiz Sen von der Investmentbank Equinet empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von zehn Euro zum Kauf. JP-Morgan-Analyst Akhil Dattani erklärte in einer Studie, die wichtigsten Leistungskennziffern sähen bereinigt um Sondereffekte im Zusammenhang mit der Übernahme des Konkurrenten Pepcom sogar besser aus als gedacht. Tele Columbus hatte den kleineren Konkurrenten im September vergangenen Jahres gekauft. Auch Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe gibt eine Kaufempfehlung für Tele Columbus ab. Das zweite Quartal sei für den Kabelnetzbetreiber ordentlich verlaufen, schrieb er in einer Studie.

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