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08.01.2013

13:13 Uhr

Telekom-Austria

Aktionäre kriegen Mini-Dividende

Die Telekombranche erlebt einen Preiskampf. Auch die österreichische Telekom-Austria muss nun sparen und setzt den Rotstift bei den Aktionären an. Milliardär Carlos Slim und Österreich gehen deshalb fast leer aus.

Das Logo der Telekom-Austria. Der Konzern will auf Kosten der Aktionäre sparen. Reuters

Das Logo der Telekom-Austria. Der Konzern will auf Kosten der Aktionäre sparen.

WienDas neue Jahr beginnt für die Telekom-Austria -Aktionäre mit schlechten Nachrichten. Der österreichische Konzern stellte seine Eigentümer am Dienstag angesichts des anhaltend scharfen Wettbewerbs und der mauen Wirtschaftsentwicklung auf weiter sinkende Umsätze ein. Sie sollen 2013 bei rund 4,1 Milliarden Euro liegen, nachdem das Unternehmen für 2012 Erlöse von 4,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Im vorbörslichen Handel lag die Telekom-Austria-Aktie 1,6 Prozent im Minus.

„Das Management der Telekom Austria Group erwartet, dass die Herausforderungen, die das operative Umfeld bereits 2012 gekennzeichnet haben, weiterhin anhalten und die Entwicklung im Jahr 2013 prägen werden“, hieß es in der Mitteilung. Am stärksten macht der Firma der Konkurrenzkampf im Mobilfunkmarkt in Österreich zu schaffen.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Hier kämpften bis zuletzt vier Anbieter mit Billigstangeboten um jeden Kunden. Mit der Fusion der beiden kleineren Wettbewerber Hutchison und Orange Austria zu einer schlagkräftigeren Nummer drei nach der Telekom Austria und der Deutsche-Telekom -Tochter T-Mobile werden die Karten nun zwar neu gemischt. Mit einem baldigen Ende des aggressiven Wettbewerbs rechnen die Österreicher aber nicht: „Alle drei Anbieter wollen weiter wachsen - also wird der Preiswettbewerb hart bleiben“, hatte Firmenchef Hannes Ametsreiter jüngst in einem Interview gesagt.

Telekom will sich gegen Preiskampf wehren

Diesem Problem will der ehemalige Staatskonzern im neuen Jahr nun „mit einer Reihe von Maßnahmen begegnen“. Dies werde zwar kurzfristig die Renditen drücken - sei aber notwendig um das Geschäft zu stabilisieren, erklärte der Konzern ohne Details zu nennen. Damit der Gewinn durch den neuen Kurs nicht all zu stark schrumpft, will das Unternehmen das Sparprogramm in allen Bereichen verschärfen.

Unter dem Strich bedeutet das für die Eigentümer - allen voran den österreichischen Staat und den mexikanischen Milliardär Carlos Slim - ein weiteres mageres Jahr: Nach 2012 sollen sie auch für 2013 lediglich eine Dividende von fünf Cent je Aktie erhalten, bekräftigte die Firma.

Die Telekom-Austria-Aktionäre sind mit diesen Problemen aber nicht allein: In ganz Europa machen die strengere Regulierung, hohe Kosten für die Aufrüstung der Netze durch die zunehmende Internetnutzung über Smartphones und die maue Konjunktur Telekom-Firmen zu schaffen. Auch die Deutsche Telekom, die spanische Telefonica und France Telekom kappen die Ausschüttungen an die Aktionäre.

Von

rtr

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