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02.07.2015

11:06 Uhr

Terminbörse Chicago

Das Gebrüll an der Börse hat ein Ende

Lange wurde an der Terminbörse in Chicago gebrüllt und geschubst, um die besten Deals zu machen. Doch damit ist nun Schluss. Nach 160 Jahren schließt die CME Group den Parketthandel. Computer übernehmen den Job.

Älteste Terminbörse der USA

Aus für Parketthandel in Chicago - irgendwann auch in Frankfurt?

Älteste Terminbörse der USA: Aus für Parketthandel in Chicago - irgendwann auch in Frankfurt?

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New York/ChicagoDie älteste und weltgrößte Terminbörse in Chicago schafft den Parketthandel ab. Damit endet eine so langjährige wie originelle Tradition. Der technische Fortschritt macht das Gedränge und Gebrüll der Händler überflüssig. Aber nicht alles können Computer ersetzen.
Die vorderste Front des Finanzkapitalismus ist nichts für schwache Nerven: Das Gebrüll auf dem Börsenparkett ist so laut, dass viele Händler Handzeichen benutzen, um sich zu verständigen. Geraten die Zocker an der Chicagoer Terminbörse in Wallung, so wird der Parketthandel zum ungeschminkten Gesicht der Kasino-Finanzwelt in ihrer ruppigsten Form. Schweiß, Hektik, ohrenbetäubender Lärm, Nervenkitzel - ein Alltag zwischen Jackpot und Totalverlust. So geht es dort seit über 160 Jahren zu. Doch am heutigen Donnerstag ist Schluss.

Die Top-Verdiener der Hedgefonds-Branche

Steven Cohen

Gesellschaft: Point 72 Asset Management

Verdienst:1,3 Milliarden US-Dollar

Ray Dalio

Gesellschaft: Bridgewater Associates

Verdienst:1,2 Milliarden US-Dollar

George Soros

Gesellschaft: Soros Fund Management

Verdienst:1,2 Milliarden US-Dollar

William Ackman

Gesellschaft: Pershing Square Capital Management

Verdienst:1,1 Milliarden US-Dollar

Ken Griffin

Gesellschaft: Citadel

Verdienst:1,1 Milliarden US-Dollar

James Simons

Gesellschaft: Renaissance Technologie

Verdienst:1,1 Milliarden US-Dollar

Larry Robbins

Gesellschaft: Glenview Capital Management

Verdienst: 600 Millionen US-Dollar

Andreas Halvorsen

Gesellschaft: Viking Global Investors

Verdienst: 500 Millionen US-Dollar

David Shaw

Gesellschaft: D.E. Shaw & Co.

Verdienst: 400 Millionen US-Dollar

David Tepper

Gesellschaft: Appaloosa Management

Verdienst: 400 Millionen US-Dollar

Dann stellt die Börsenbetreiberin CME Group den physischen Futures-Handel in Chicago und auch in New York nahezu komplett ein. Futures sind Wetten auf die Kursentwicklung von Rohstoffen oder Wertpapieren, die der Spekulation oder der Absicherung gegen Preisrisiken dienen. Der elektronische Handel dominiert längst das Geschehen und lässt die Auftragseingabe per Zuruf und Zettel wie aus der Zeit gefallene Folklore erscheinen. Weniger als ein Prozent steuert der Parketthandel der CME zufolge nur noch zum Marktvolumen bei.

Damit geht auch eine lange und originelle Tradition zu Ende. „Es ist kein normaler Job“, sagt Händler Rob Prosniewski im Dokumentarfilm „Floored“, der tiefe Einblicke in die Szene bietet. Im „Pit“, so heißen die achteckigen Handelsplattformen, wird das hochriskante Geldgeschäft mit körperlicher Verausgabung kombiniert. Der Aufregungsfaktor ist hoch. „Alleine der Adrenalinschub - es ist Wahnsinn“, sagt Prosniewski. Kollegen sprechen von physischer Schwerstarbeit. Ellbogengesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes.

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