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20.01.2005

08:19 Uhr

Terminkontrakt auf Bundesanleihen steigt auf Allzeithoch – Analysten warnen allerdings vor Rückschlägen

Bund-Future bricht alle Rekorde

VonAndrea Cünnen

Am europäischen Anleihemarkt ist der richtungweisende Terminkontrakt gestern auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Kurs des Bund-Futures übersprang gleich am Morgen die Marke von 120,01 Prozent – das Hoch vom Dienstag – und notierte auf dem bisherigen Spitzenwert von 120,31 Prozent. Am Nachmittag bröckelte der Kurs wieder etwas ab, lag aber weiter im Plus. Die hohen Kurse, beziehungsweise die niedrigen Kapitalmarktzinsen halten Fachleute aber auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Lage für nicht gerechtfertigt. Sie rechnen mit Kursrückschlägen.

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FRANKFURT/M. Der Bund-Future gilt als wichtigster Anleihe-Terminkontrakt (s. „Fester Bund“). Er basiert auf einer fiktiven langfristigen Anleihe des Bundes mit einem Zinsschein von sechs Prozent. Der Bund-Future wird von kurzfristig orientierten Anleihe-Profis gehandelt. „Diese wollten die Marke von 120 Prozent testen,“, sagt Ulrich Wortberg, Rentenstratege bei Helaba Trust. Dass der Markt vor allem technisch getrieben ist, meint auch Ansgar Krekeler, technischer Analyst bei der WGZ-Bank. Seit Juni befinde sich der Bund-Future in einem „sauberen Aufwärtstrend“. Diesen hält Krekeler für absolut intakt. Erst wenn die Unterstützung von 118,90 Prozent durchbrochen werde, sei eine Neubewertung nötig.

Fundamental, also von der wirtschaftlichen Lage her, sieht die Sache ganz anders aus. Volkswirte und Rentenstrategen meinen schon lange, dass der hohe Kurs des Bund-Futures nicht gerechtfertigt sei. Das gilt auch für den hohen Kurs und die entsprechend niedrige Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Die rentiert mit 3,50 Prozent nahe an ihrem Tief von 3,47 Prozent. Dieser Stand hatte Mitte Juni 2003 den niedrigsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs markiert.

„Das aktuelle Renditeniveau ist zu niedrig“, sagt Peter Müller, Zinsstratege bei der Commerzbank. Die Konjunktur laufe vor allem in den USA recht gut, und es gebe zwar keinen übertriebenen, aber doch einen moderaten Preisauftrieb. „Die Korrektur am Anleihemarkt ist längst überfällig“, meint auch Wortberg.

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