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06.12.2011

13:52 Uhr

Therapie für den Euro

Schockgefrieren oder Wadenwickel?

VonOliver Stock

Unternehmen spielen längst das Ende des Euro durch. Zwei prominente Ökonomen taten das jetzt öffentlich: Ulrich Kater und Michael Hüther. Der eine schreibt den Euro ab, der andere hält ihn für rettungswürdig.

Alle reden darüber: Was ist, wenn der Euro nicht mehr ist? dapd

Alle reden darüber: Was ist, wenn der Euro nicht mehr ist?

DüsseldorfAlle reden drüber. Nicht nur in der Politik, auch in den Unternehmen, in den Banken, bei den Versicherern: Das Thema: Was ist, wenn der Euro nicht mehr ist, rückt ganz oben auf die Tagesordnung. Die Deka-Bank beispielsweise hatte jetzt Kunden und Führungskräfte eingeladen und ein Streitgespräch inszeniert. Die Kontrahenten: Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank  - in Wahrheit nicht ganz so pessimistisch, aber für diese Diskussion hatte er sich festgelegt. Seine These: Der Euro wird scheitern. Sein Gegenüber ist Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft und damit einer der führenden Ökonomen des Landes. Sein Votum lautet: Die Rettung des Euro funktioniert, aber mit Verstand.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Seine These: Der Euro wird scheitern. PR

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Seine These: Der Euro wird scheitern.

Die Thesen liegen auf dem Tisch, Kater ist der erste, der seinen Standpunkt verteidigt. Der Euro, sagt er, werde scheitern, weil sich die Teilnehmer der Euro-Zone nicht an die vereinbarten Regeln halten. Die Regeln lauteten ursprünglich, dass sich die Länder nur bis zu einem gewissen Maß verschulden dürfen. Und: Dass bei Ungleichgewichten die betroffenen Länder selbst Anpassungsmaßnahmen vornehmen müssen.

Beides habe nicht funktioniert. Deutschland selbst war einer der ersten Defizitsünder. Dazu kommt: „Die Politik hat bei der Lösung der Krise bisher nicht viel zustande gebracht. Die Erkenntnisperiode dauert bereits zwei Jahre und ist dadurch gekennzeichnet, dass man sich Maßnahmen ausgedacht hat, die, wenn sie unterschrieben wurden, bereits überholt waren“, sagt Kater. 

Michael Hüther, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Seine These: Die Rettung des Euro funktioniert, aber mit Verstand. dapd

Michael Hüther, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Seine These: Die Rettung des Euro funktioniert, aber mit Verstand.

Was auf der Strecke blieb, sei atemberaubend: Staatsanleihen seien generell dem Verdacht des Ausfalls ausgesetzt mit dem Erfolg, dass die europäischen Staaten sich entweder gar nicht mehr oder nur zu höheren Preisen refinanzieren können. „Wir sind dabei, einiges niederzutrampeln“, sagt Kater. Die Ansteckung, die von Griechenland ausgegangen sei, zu verhindern, sei auf voller Linie missglückt. Die Hebelung des Rettungsschirms  durchgefallen, die Europäische Zentralbank überfordert und auf dem besten Weg eine Bad Bank zu werden. Der Erfolg: Weltweit machten die Investoren einen Bogen um Europa, weil sie nicht wissen, ob der Euro hält.

Kommentare (2)

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Knut34

06.12.2011, 14:44 Uhr

Die Interessend er deutschen Bürger sehen anders aus als die von Bankern. Der Euro ist ein Selbstbedieungsladen für die PIIGSF und wir sollen das bezahlen! So nicht!

City

19.12.2011, 16:26 Uhr

Aus gut informierten Quellen hört man auch, dass sich die CITY genau auf den Moment vorbereitet, dass Deutschland die D-Mark wieder einführt. Die in der CITY geparkten Gelder sollen locker ausreichen, um durch massiven Aufkauf die D-Mark so aufgewertet werden muss, dass deutsche Exporte in sich zusammen brechen müssen.



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