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13.01.2012

22:14 Uhr

Top-Rating-Verlust

S&P senkt Daumen über Frankreich

Die gute Nachricht: Deutschland behält seine Topbonität. Die schlechte: S&P entzieht Frankreich den AAA-Status. Für den Verlauf der Schuldenkrise dürften die Auswirkungen aber verkraftbar sein.

Die Nationalflagge von Frankreich. dpa

Die Nationalflagge von Frankreich.

Berlin/DüsseldorfIm Sog der Schuldenkrise büßt Europas Wirtschaftsriese Frankreich seine Top-Bonitätsnote ein. Standard & Poor's (S&P) habe die Pariser Regierung über die Senkung der AAA-Bewertung um eine Stufe informiert, erklärte der französische Finanzminister Francois Baroin am Freitagabend. Präsident Nicolas Sarkozy berief eine Krisensitzung ein.

Die mächtige US-Ratingagentur macht nach dem ersten Warnschuss an die Euro-Zone im Dezember nun zum Auftakt des neuen Jahres Ernst: Noch am Abend wurde mit einer ganzen Reihe von Herabstufungen gerechnet. Euro-Zonen-Vertretern zufolge wankte auch Österreichs Spitzenbewertung. Dagegen dürfte Deutschland seine Bestnote behalten. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss. Die Märkte reagierten dennoch nervös.

„Ich bestätige, dass Frankreich - wie die meisten Euro-Zonen-Länder - über eine Änderung seines Ratings informiert wurde“, sagte Baroin in den Hauptabendnachrichten des Fernsehsenders France 2. Dies sei keine Katastrophe, da AA+ immer noch ein gutes Rating sei. Die Herabstufung bedeute aber, dass Frankreich seine Reformen ausweiten müsse: „Wir müssen mutig sein.“ Die Beschäftigung müsse gestärkt werden. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat besonders mit der Schuldenkrise zu kämpfen, weil die Banken des Landes stark in den Problemländern engagiert sind. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble relativierte die Bedeutung des Schritts aber umgehend.

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Auch dem Triple-A-Land Österreich geht es Kreisen zufolge an den Kragen. S&P senke die Bonitätsnote um eine Stufe und setze dazu den Ausblick auf negativ. Das bedeute, so ein Euro-Zonen-Vertreter, dass S&P zu 30 Prozent damit rechnet, 2012 oder 2013 Österreich abermals herunterzustufen. Österreichs Geldhäuser machen viele Geschäfte im klammen Ungarn.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

13.01.2012, 20:37 Uhr

Deutschland wird Frankreich, unserem Freund und Partner, natürlich hilfreich zur Seite stehen.

Nur gemeinsam meistern wir die Krise und es ist hier unsere Pflicht, all unseren Freunden in der EU stets mit vollem Engagement zur Seite zu stehen.


Daher erwarten wir, die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland, auch von den Bürgerinnen und Bürgern, diesem Bestreben nicht nur zuzustimmen, sondern ebenso bedingungslos mit aller Tatkraft zu unterstützen.

So, oder ähnlich, wird sich demnächst die Pressekonferenz dieser Morastköpfe zu dieser Thematik wohl anhören werden.

amazonas

13.01.2012, 20:38 Uhr

Supiiii!!!! Jetzt kann Deutschland von noch mehr Laendern profitieren!!

Account gelöscht!

13.01.2012, 20:52 Uhr

@ ...kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen. Zwangsweise ist das nicht, wie auch eine erfolgreiche Anleihen-Emission Italiens zeigte.

Toll, ich geb PisaPisa-Anleihen raus, die erklärtermassen von der EZB aufgekauft werden, und prahle hinterher über die erfolgreiche Emission. Das geht natürlich nur solange wie die Ratingagenturen dies nicht merken. Offenbar ist das die Hoffnung unserer politischen Finanzelite... Aber diese amerikanischen Ratingagenturen sind ja sooo unverschämt, müssten verboten werden, und durch griechische und irische ersetzt werden.

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