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13.04.2006

11:05 Uhr

Trend zu steigenden Spreads

Schwellenländer-Bonds sind teuer

VonAndrea Cünnen

Die Party bei den Anleihen von Schwellenländern ist nach Ansicht von Fachleuten vorbei. Seit März sind die Kurse von auf Euro oder Dollar lautenden Anleihen der Emerging Markets gefallen.

FRANKFURT. Nicht nur die Renditen, sondern auch die Risikoaufschläge im Vergleich zu sicheren Staatsanleihen der Industrienationen erhöhten sich im Zuge dieser Entwicklung. Im Schnitt bieten Euro-Anleihen der Emerging Markets jetzt gut 70 Basispunkte mehr Rendite als Anleihen von Staaten aus dem Euro-Raum mit gleicher Laufzeit. Im Dollar-Bereich liegen die Risikoaufschläge bei knapp 200 Basispunkten beziehungsweise zwei Prozentpunkten.

„Die Trendwende hin zu steigenden Spreads ist in Sicht“, sagt Günther Scheppler, Analyst für Schwellenländer-Bonds bei der DZ Bank. Aus Auslöser dafür gelten die gestiegenen Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum und den USA. „Wenn Anleihen sicherer Schuldner wieder attraktivere Renditen bieten, werden risikoreichere Bonds der Emerging Markets quasi automatisch uninteressanter“, erklärt Thomas Gitzel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Dazu kommen politische Unsicherheiten. In Mexiko und Brasilien wird im Sommer und Herbst gewählt. Anfang April trat in Brasilien Finanzminister Antonio Palocci nach einer Affäre um illegale Wahlkampffinanzierung zurück. „Der Rücktritt ist bereits ein Vorgeschmack auf noch zu erwartende Turbulenzen“, sagt Torsten Hähn von der WGZ Bank. In Polen hat die Minderheitsregierung keine breite Machtbasis und in Venezuela ist das Politikrisiko laut Hähn „ein permanenter Faktor“.

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