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10.04.2011

19:20 Uhr

Trotz Aufschwung

Dynamik an den Börsen lässt nach

VonChristian Schnell

Hauptversammlungen und die Quartalssaison bestimmen diese Woche das Geschehen. Der Aufwärtstrend ist intakt, sagen Experten. Doch die Stimmung an den Märkten ist besser als die Lage.

An den Börsen geht es aufwärts, doch die Dynamik lässt nach. Quelle: dapd

An den Börsen geht es aufwärts, doch die Dynamik lässt nach.

FrankfurtFast scheint es, als wäre die Stimmung an den Aktienmärkten besser als die eigentliche Lage. Die viele Bedenken, die es im März nach dem Beben in Japan und den Unruhen in Libyen gegeben hat, sind wie weggefegt. Auch die erste Zinserhöhung der EZB seit fast zwei Jahren, der Ölpreis von mittlerweile über 120 Dollar je Fass und Portugal, das als weiteres Euro-Land unter den EU-Rettungsschirm flüchtet, trüben die Laune der Börsianer kaum. Sie erwarten auch in dieser Woche steigende Kurse.

„Wir denken jedoch nicht, dass die hohe Dynamik Bestand haben wird“, sagt Manfred Bucher, Chefstratege der BayernLB. Aufschluss wird am Dienstag das Mannheimer ZEW geben, das seine monatliche Befragung von rund 700 Finanzmarktexperten zu Lage und Ausblick präsentieren wird. Schon in der vergangenen Woche schaffte der Dax lediglich ein Plus von einem halben Prozent. Von seinem Jahreshoch bei über 7400 Punkte aus der zweiten Februarhälfte ist Deutschlands Top-Index im Moment gut 200 Punkte entfernt.

Viel wird für den weiteren Verlauf von der Berichtssaison für das erste Quartal abhängen, die in den USA heute nach Börsenschluss beginnen wird. Traditionell startet die Zahlenflut mit Aluminiumhersteller Alcoa. Mehrere Börsen-Schwergewichte folgen: JP Morgan Chase am Mittwoch, Google Donnerstag und die Bank of America am Freitag. Besonders die Banken stehen unter genauer Beobachtung der Investoren, ist doch deren Auftaktquartal tendenziell das Schwächste.

Schon übers Wochenende hieß es von den Experten von Thomson Reuters, die die Schätzungen der Analysten auswerten, dass die Platzhirsche der Branche wie Citigroup, Morgan Stanley und Goldman Sachs wohl die Erwartungen verfehlen werden. Die in dieser Woche erwarteten JP Morgan Chase und Bank of America werden dagegen wohl leicht besser abschneiden. Die Bank of America soll dabei von allen Geldhäusern am besten aussehen. Auf eine Position in der Bilanz werden die Börsianer besonders achten:Die Kreditrückstellungen. Die haben sie in der Vergangenheit immer wieder aufgelöst, um ihre Gewinnsituation zu verbessern.

Während in den USA bereits die nächsten Quartalszahlen das Geschehen bestimmen, sind es in Deutschland die Hauptversammlungen der großen Dax-Konzerne, die in dieser Woche ins Rollen kommen. Heute gibt Henkel seinen Ausblick, am Mittwoch folgt Daimler. Die Aktionäre werden genau hinhören, ob sie in diesem Jahr mit einem ähnlich starken Wachstum rechnen können wie 2010.

Besondere Aufmerksamkeit werden in dieser Woche auch die beiden Börsengänge erfahren, von denen es nach langer Zeit wieder welche geben wird. Schon am Freitag war der Verbindungstechnik-Spezialist Norma Group erfolgreich. Seine Aktien hatte er zu 21 Euro knapp in der Mitte der Ausgabespanne auf den Markt gebracht, sie eröffneten zu 21,50 Euro – und das kosteten sie auch am Handelsende.

Heute feiert der chinesische Handtaschen- und Kofferhersteller Powerland sein Debüt in Frankfurt. Zu 15 Euro und damit eher am unteren Ende der von 14,25 bis 17,25 Euro reichenden Preisspanne kommen die Aktien an den Markt. 95 Millionen Euro fließen bei der Emission. Deutlich mehr, nämlich über 500 Millionen Euro, sollen am Freitag beim Börsengang der Berliner GSW Immobilien erlöst werden. Der Ausgabepreis je Aktie liegt zwischen 19 und 23 Euro. Das Unternehmen hatte im vergangenen Mai mitten in der Diskussion um die Verschuldung Griechenlands sein Debüt verschoben und könnte jetzt mehr einnehmen als damals.

Kommentare (1)

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Manu

10.04.2011, 19:49 Uhr

Die Börse wird schon lange manipuliert und die letzten Jahre zusätzlich mehr und mehr mit Fiat-Money geflutet......
Dieser !Aufwärtstrend" wird sehr bald sehr tief abstürzen.....die Weichen sind schon länger dafür gestellt !
Über den Auslöser darf spekuliert werden, denn da gibt es SEHR VIELE mögliche !!!
Und die Masse der Menschen schläft......wie immer in der vergangenen Geschichte......

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