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19.09.2011

17:02 Uhr

Trotz Kritik

EZB hält an Anleihekäufen fest

Auch in der vergangenen Woche hat die Europäische Zentralbank Anleihen im Wert von 9,79 Milliarden Euro aufgekauft. Damit hält die Notenbank an ihrem Kurs fest - trotz lauter werdender Kritik aus Deutschland.

Die EZB hat große Risiken in ihrer Bilanz. dpa

Die EZB hat große Risiken in ihrer Bilanz.

Frankfurt, BerlinUngeachtet der immer lauteren Kritik aus Deutschland kauft die Europäische Zentralbank (EZB) weiter Staatsanleihen von Euro-Sündern. Zwar gingen die Anleihenkäufe von 13,96 Milliarden Euro zuvor in der vergangenen Woche auf 9,79 Milliarden Euro zurück. Insgesamt hat die EZB nun jedoch Staatsanleihen im Rekordwert von 152,5 Milliarden Euro in ihren Büchern stehen.

Die EZB hatte bereits im Mai 2010 mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Zunächst übernahm sie Schuldtitel Griechenlands, später auch Portugals und Irlands. Nach einer längeren Pause warf die EZB Anfang August die Notenpresse wieder an. Damit ging sie Händlern zufolge vor allem gegen die steigende Rendite für spanische und italienische Staatsanleihen vor.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat bereits mehrfach vor den Risiken des Krisen-Kurses der EZB gewarnt. Die Zentralbanker hätten durch ihre geldpolitischen Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte „beträchtliche Risiken“ in ihre Bilanz genommen, sagte er am Wochenende.

Weidmann hatte zusammen mit EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark gegen den Ankauf von Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten durch die Notenbank gestimmt. Die Deutschen waren jedoch weitgehend isoliert, Stark erklärte „aus persönlichen Gründen“ seinen Rücktritt.

Erfreut dürfte die EZB die jüngste Meldung des Krisenkandidaten Italien zur Kenntnis nehmen. Das hoch verschuldete Land hat Kreisen zufolge einen Großteil seines Finanzbedarfs für dieses Jahr gedeckt. 77 Prozent seien bereits abgesichert, sagte eine mit den Zahlen vertraute Person aus dem Finanzministerium am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Italien wollte in diesem Jahr rund 430 Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln. Bis Jahresende sollen durch Anleihen- und Geldmarktpapiere noch knapp 100 Milliarden Euro in die Staatskassen gespült werden. Italien verfüge „über gute Liquiditätsreserven“, sagte die Person.

Kommentare (2)

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Buerger

19.09.2011, 18:58 Uhr

Frau Merkel Herr Schäuble wann SCHREITEN sie ENDLICH ein.
Sie haben einen EID geschworen.
Denken siean die Worte des Herrn Sanio.

nobum

19.09.2011, 20:52 Uhr

Die EZB hat die Käufe der Staatsanleihen "sterilisiert", deswegen ist der Ausdruck

- "Nach einer längeren Pause warf die EZB Anfang August die Notenpresse wieder an." -

falsch.
Es sei denn, das Handelsblatt fällt unter das Niveau der Zeitungen mit den großen Buchstaben.
Wenn die Sparbemühungen der EU, EZB etc. zum Erfolg fühen, werden die Waren demnächst weltweit in Euro bezahlt und die US-Banken müssen sich für den Handel um Euroswaps bemühen.

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