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14.02.2012

15:33 Uhr

Trotz Moody's Verdikt

Italien und Spanien platzieren Anleihen

Trotz der Herunterstufung durch Moody's haben die Anleger am Rentenmarkt Italien und Spanien weiter Kredit gegeben.

Italienische Zwei-Euro-Münze steht in Berlin auf einem Tisch. dapd

Italienische Zwei-Euro-Münze steht in Berlin auf einem Tisch.

Madrid/MailandItalien und Spanien kommen trotz der weiteren Verschlechterung ihrer Bonitäts-Noten günstiger an frisches Geld. Italien musste den Anlegern am Dienstag für dreijährige Anleihen im Gesamtvolumen von sechs Milliarden Euro lediglich eine Rendite von 3,4 Prozent bieten. Damit konnte sich das klamme südeuropäische Land wesentlich günstiger refinanzieren als Mitte Januar, als noch fast fünf Prozent fällig wurden.

„Das war eine erfolgreiche Auktion, vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Herabstufung durch Moody's“, erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Der Markt scheint sich derzeit eher auf die Konjunktur und auf die Entwicklung der Schuldenkrise zu konzentrieren als auf Ratings.“

Die Rating-Agentur Moody's hatte das Land am Vorabend abgestraft und die Bonitätsnote um eine Stufe auf A3 von A2 gesenkt. Spanien büßte gar zwei Ränge ein und landete ebenfalls auf A3 nach zuvor A1. Damit liegen beide Staaten am unteren Rand der Noten für gute Kreditqualität. Die nächstniedrige Stufe ist bereits ein B-Rating.

Die Investoren zeigten sich jedoch unbeeindruckt vom Urteil der Bonitätswächter: Trotz des Nackenschlags konnte auch Spanien die Investoren bei der Stange halten. Es deckte sich am Geldmarkt problemlos für ein Jahr mit 2,94 Milliarden Euro ein und musste den Anlegern dafür nur einen Zins von knapp 1,9 Prozent zahlen. Zuletzt waren es mehr als zwei Prozent.

Auch bei einer Emission von anderthalb Jahre laufenden spanischen Papieren im Gesamtwert von 2,5 Milliarden Euro mussten sich die Anleger mit niedrigeren Zinsen zufriedengeben als zuletzt. Folglich ließ auch die Nachfrage nach den nicht mehr ganz so rentablen Anlagen nach: Die Auktion war 2,9-fach überzeichnet. Zuvor hatte die Nachfrage das Angebot noch um das 3,2-fache überstiegen.

Die Schuldenländer profitieren derzeit davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Markt mit billigem Geld geflutet hat und eine weitere Welle Ende des Monats ansteht: Am Schalttag 29. Februar können sich die Banken wieder bei der EZB für drei Jahre mit Euro-Beträgen zum Leitzins von derzeit 1,0 Prozent eindecken. Ein erster Tender hatte im Dezember knapp eine halbe Billion Euro ins Finanzsystem gespült.

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