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19.06.2012

16:56 Uhr

Trotz Schuldenkrise

Die Reichen werden immer mehr

Schuldenkrise, Konjunktureinbruch, alles ganz egal. Die Zahl der Millionäre wächst trotzdem. In Deutschland, in Südamerika, vor allem aber in Asien.

Champagner-Laune. Trotz Krise wächst die Zahl der Millionäre. dpa

Champagner-Laune. Trotz Krise wächst die Zahl der Millionäre.

FrankfurtDer Club der Millionäre wächst: Obwohl die Staatsschuldenkrise in Europa oder die Naturkatastrophe in Japan die Wirtschaft weltweit bremsten, stieg die Zahl der Reichen 2011 leicht um 0,8 Prozent. Das geht aus dem am Dienstag in Frankfurt vorgelegten Wohlstandsbericht des Beratungsunternehmens Capgemini und der Royal Bank of Canada hervor. Rund 11 Millionen Menschen und damit etwa jeder 636. Weltbürger verfügten demnach über ein Finanzvermögen von jeweils mehr als einer Million US-Dollar. So viele Millionäre gab es noch nie.
Überdurchschnittliche Zuwächse vermeldete Capgemini aus dem wachstumsstarken Deutschland: Die Zahl der Millionäre stieg um rund 3 Prozent auf über 950 000. Damit leben nur in den USA und in Japan mehr Reiche als hierzulande. Mehr als jeder zweite (53,3 Prozent) Millionär kommt aus einem dieser drei Länder.

Wo auf der Welt das Geld sitzt

Nordamerika

38,0 Billionen US-Dollar (- 0,9 Prozent)

Westeuropa

33,5 Billionen US-Dollar (- 0,9 Prozent)

Asien-Pazifik (ohne Japan)

23,7 Billionen US-Dollar (+ 10,7 Prozent)

Japan

17,8 Billionen US-Dollar (- 2,0 Prozent)

Naher Osten und Afrika

4,5 Billionen US-Dollar (+ 4,7 Prozent)

Lateinamerika

3,5 Billionen US-Dollar (+ 10,6 Prozent)

Nordamerika

1,9 Billionen Dollar (+ 14,4 Prozent)

Weltweit

122,8 Billionen US-Dollar (+ 1,9 Prozent)

Die Studie berücksichtigt Menschen, die mehr als eine Million Dollar (derzeit rund 793 000 Euro) Finanzvermögen haben - Werte wie etwa selbstgenutzte Immobilien, Luxusautos oder Kunstschätze bleiben außen vor.
Allerdings gingen die Turbulenzen an den Finanzmärkten im vergangenen Jahr auch an den Superreichen nicht spurlos vorüber. Das finanzielle Vermögen des Geldadels nahm nach zwei Jahren satten Wachstums auch in Folge der Schuldenkrise in Europa um 1,7 Prozent ab. Mit 42 Billionen US Dollar haben die Reichen zwar binnen eines Jahres 700 Milliarden Dollar verloren - sie haben aber immer noch gut 9 Billionen mehr als im Finanzkrisenjahr 2008.
Geschrumpft ist der Millionärsclub einzig in Nordamerika, wo mit 3,35 Millionen 1,1 Prozent weniger Millionären lebten als ein Jahr zuvor. Die Boom-Region Asien-Pazifik legte hingegen nochmals zu und beheimatet nun nach den Angaben erstmals mehr Superreiche als Nordamerika. Die europäische Finanzelite war bereits im vergangenen Jahr von China & Co. überflügelt worden.
Auch wenn in Asien inzwischen mehr Wohlhabende leben - insgesamt ist das Vermögen der Reichen nirgendwo so groß wie in Nordamerika: 11,4 Billionen US Dollar. Der Geldadel in der Region Asien/Pazifik kommt auf ein anlagefähiges Vermögen von 10,7 Billionen US-Dollar.

Mit 4,9 Prozent besonders stark sank das Finanzvermögen der Ultrareichen mit mehr als 30 Millionen US-Dollar, sagte Klaus-Georg Meyer, Leiter Banking bei Capgemini Consulting in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Gruppe lege einen Teil ihres Geldes besonders riskant an - und musste deshalb einen Teil des Gewinns von 11,5 Prozent aus dem Vorjahr wieder abgeben.

Von

dpa

Kommentare (22)

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Ramon.Galuptra

19.06.2012, 18:27 Uhr

Jetzt aber keine Neiddebatte. Das ist alles schwer und ehrlich erarbeitetes Geld!

Steuerzahler

19.06.2012, 18:52 Uhr

Ich bin dankbar, dass wenigstens Sie davon ausgehen, dass es hierzulande eine knappe Million ehrlicher Personen es durch schwere Arbeit zu jeweils einer Million + x gebracht hat.

Sie könnten den erfreulichen Anstieg der privaten Vermögen aber auch als passendes Gegenstück unserer Staatsverschuldung betrachten und darüber nachdenken, ob der Staat sich künftig das von ihm benötigte Geld nun bei der Million so ehrlicher Bürger leihen soll oder nicht doch lieber das Vermögen der Einzelnen nicht ganz so schnell wachsen lässt und angemessene Steuern erhebt, damit wir nicht in Zukunft griechische Verhältnisse erhalten.

Elitess

19.06.2012, 19:11 Uhr

Super @ HB, dann wissen die 99% der Vermögenslosen und Armen dieses Planeten jetzt genau, an wen sich sich nach dem Zusammenbruch des Kapitalismus halten müssen.

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