Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2006

08:32 Uhr

Trotz schwacher US-Vorgaben

Nikkei-Index klettert wieder über 17 000 Punkte

Die hohen Verluste des Vortages hat die Börse in Tokio wieder weitgehend wettgemacht. Gefragt waren Papiere von Finanzinstituten

HB SINGAPUR. Trotz schwacher US-Vorgaben haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag überwiegend fester tendiert. Händlern zufolge warteten viele Anleger auf das Protokoll der März-Sitzung vom Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Fed), das am Abend veröffentlicht werden sollte. Anleger erhofften sich davon näheren Aufschluss über die weitere Zinsentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft. In Tokio bescherte ein weiter deutlich über der 70-Dollar-Marke verharrender Ölpreis vor allem den Titeln der Energiekonzerne Gewinne. Der Euro notierte beinahe unverändert.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,37 Prozent höher bei 17 232 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,32 Prozent auf 1741 Punkte. Auch die Börsen in Südkorea und Hongkong lagen im Plus, während die Aktienmärkte in Taiwan und Singapur Verluste verbuchten.

Vor allem die Aktien jener Unternehmen, die gerade auf die nationale Nachfrage angewiesen seien, legten wieder kräftig zu, erklärte Yumi Nishimura von Daiwa Securities SMBC Co mit Blick auf die Entwicklung in Tokio. „Die Tatsache, dass der Nikkei es geschafft hat, wieder über 17 000 Punkte zu klettern, hat die Investoren angetrieben.“ Am Montag hatte der japanische Leitindex noch auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen geschlossen.

Gefragt waren Papiere von Finanzinstituten. Titel der Daiwa Securities Group verteuerten sich um 4,9 Prozent, nachdem Nomura Securities die Gewinnschätzungen für Japans zweitgrößten Broker angehoben hatte.

Zu den größten Gewinnern zählten zudem Anteilsscheine der Öl-und Energiekonzerne: Titel von Nippon Mining Holdings, zu der Japans fünftgrößte Ölraffinerie gehört, stiegen um 5,8 Prozent, die von Japan Petroleum Exploration um 3,7 Prozent. Etliche Analysten gehen davon aus, dass der Ölpreis zumindest auf kurze Sicht - wegen des anhaltenden Atomstreits mit dem weltweit viertgrößten Öl-Exporteur Iran - noch weiter steigen wird. Am Dienstag mussten in Asien für ein Barrel Öl (knapp 159 Liter) 70,70 Dollar gezahlt werden. Das war nur wenig entfernt vom Rekordpreis von 70,85 Dollar, der im August nach Hurrikan Katrina in den USA gezahlt werden musste.

Höhere Ölpreise schmälern vor allem die Gewinne jener Unternehmen in energieintensiven Branchen und verunsichern die Verbraucher. Vor diesem Hintergrund hatten am Montag auch die US-Börsen herbe Kursverluste hinnehmen müssen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,57 Prozent auf 11 073 Punkte, der breiter gefasste S&P-500-Index 0,29 Prozent auf 1285 Zähler und der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,64 Prozent auf 2311 Stellen.

Der Euro kostete in Fernost 1,2253 Dollar nach 1,2250 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar notierte zur japanischen Währung mit 117,87 Yen - nach 117,80 Yen in den USA.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×