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06.12.2011

11:07 Uhr

Trotz S&P-Drohung

Anleihen-Auktion soll nach Plan ablaufen

Der Bund will weiterhin, wie geplant, den Kapitalmarkt anzapfen und Geld einsammeln - trotz der Ankündigung von S&P. Ohne große Aufregung haben auch die Rentenanleger auf die Ankündigung der Ratingagentur reagiert.

Das Gebäude von Standard and Poor's in New York. dpa

Das Gebäude von Standard and Poor's in New York.

Berlin/FrankfurtTrotz des drohenden Verlusts der Top-Bonitätsnote „AAA“ will der Bund in diesem Jahr wie geplant noch zweimal den Kapitalmarkt anzapfen und bis zu zehn Milliarden Euro einsammeln. „Wir haben bislang jede angekündigte Auktion auch durchgeführt, und dies wird auch künftig so sein“, sagte der Sprecher der für das Schuldenmanagement des Bundes zuständigen Finanzagentur, Jörg Müller, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Bund als Emittent verhält sich fair und transparent.“ Die Ratingagentur S&P hatte zuvor angedroht, Deutschland das Top-Rating zu entziehen. Damit drohen höhere Zinskosten.

Der Bund wagt sich an diesem Mittwoch und am kommenden Montag an den Kapitalmarkt. Mit zweijährigen Bundesschätzen und fünfjährigen Bundesobligationen sollen zusammen zehn Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt werden. Mit Spannung wird vor allem die Auktion der Bundesobligationen am Mittwoch erwartet, nachdem die jüngste Versteigerung langlaufender Anleihen verpatzt wurde. Bei der Auktion einer zehnjährigen Anleihe am 23. November gab es einen Käuferstreik: Sechs Milliarden Euro wurden den Anlegern angeboten, sie wollten aber nicht einmal vier Milliarden haben. Als Gründe dafür galten das wegen der Schuldenkrise nervöse Marktumfeld und extrem niedrige Renditen sowie der Umstand, dass viele Investoren ihre Bücher zum Jahresende geschlossen haben und keine Anleihen mehr kaufen.

Insgesamt wird der Bund in diesem Jahr am Kapitalmarkt rund 283 Milliarden Euro einsammeln. Das Geld wird benötigt, um alte Schulden zu tilgen, Zinsen zu zahlen und die Neuverschuldung zu decken. Die jüngste Auktion am Montag verlief erfolgreich. Bei der Versteigerung unverzinslicher Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit wurden 2,675 Milliarden Euro von Anlegern besorgt. Die Nachfrage war enorm: Die Agentur hätte auch 10,25 Milliarden Euro einnehmen können. Die Versteigerung war damit 3,8-fach überzeichnet, vor einem Monat dagegen nur 2,2-fach. Die Durchschnittsrendite lag bei 0,0005 Prozent nach 0,08 Prozent im November.

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