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28.05.2015

13:54 Uhr

Übernahme von Dresser-Rand

Siemens sammelt Milliarden mit US-Anleihen ein

Siemens will bald den US-Energietechnikspezialisten Dresser-Rand übernehmen und hat sich nun am Markt mit Kapital eingedeckt. 7,75 Milliarden Dollar konnte der Mischkonzern einsammeln – und es wäre noch mehr gegangen.

Für die Übernahme des US-Energietechnikspezialisten Dresser-Rand sammelt Siemens in den USA Milliarden über Anleihen ein. dpa

Siemens-Chef Kaeser

Für die Übernahme des US-Energietechnikspezialisten Dresser-Rand sammelt Siemens in den USA Milliarden über Anleihen ein.

Kurz vor der geplanten endgültigen Übernahme der US-Energietechnikfirma Dresser-Rand hat sich Siemens 7,75 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt besorgt. Der Münchner Konzern platzierte in den USA mehrere Anleihen mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben, zehn und 30 Jahren, Abschluss der Transaktion war am Mittwoch. Die Nachfrage der Investoren habe das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von sieben Milliarden US-Dollar um das Zweieinhalbfache überstiegen, weshalb die Zinskonditionen durchweg sehr gut ausgefallen seien, teilte Siemens am Donnerstag mit. Zudem habe sich die Investorenbasis vor allem in den USA deutlich verbreitert.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Die Bond-Emission war den Angaben zufolge die bislang größte des Konzerns. In den USA hatte Siemens zuletzt vor neun Jahren Anleihen begeben. Ein Dollar-Bond im Jahr 2013 wurde nicht an Investoren in den USA verkauft.

Die rund 7,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Dresser-Rand soll der größte Zukauf in der Geschichte des Münchner Unternehmens werden. Siemens will den Deal zügig über die Bühne bringen, um noch vom Schiefergasboom in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Der Abschluss wird für Sommer erwartet. Die EU-Kommission wird den Kauf Insidern zufolge ohne Auflagen durchwinken.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Vitorio Query

28.05.2015, 15:49 Uhr

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