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17.01.2011

18:13 Uhr

Überraschende Emission

Spanien platziert Milliarden-Bond

VonAndrea Cünnen

Spanien nutzt die Gunst der Stunde: Überraschend begibt das Land eine neue zehnjährige Anleihe. Investoren hatten sich darauf eingestellt, dass Spanien am Donnerstag aktuelle Anleihen aufstockt. Dazu wird es nun nicht kommen.

Spanien begibt neue zehnjährige Anleihe und sagt geplante Aufstockungen ab. dpa

Spanien begibt neue zehnjährige Anleihe und sagt geplante Aufstockungen ab.

FRANKFURT. Spanien hat heute die Märkte überrascht und eine neue Anleihe verkauft, die in zehn Jahren ausläuft. Das Volumen dürfte bei fünf Milliarden Euro festgezurrt werden. Der Bond wurde mit einer Rendite von 5,58 Prozent vermarktet, er bot einen Aufschlag von 0,2 Prozentpunkten zu der vergleichbaren etwas kürzer laufenden Anleihe. Deren Kurs war in den vergangenen Tagen etwas gestiegen und ihre Rendite entsprechend vom Zehn-Jahres-Hoch gesunken.

Da sich die Stimmung der Anleger seit den gelungenen Anleiheaufstockungen Portugals, Spaniens und Italiens in der vergangenen Woche verbessert habe, sei der Zeitpunkt für die Platzierung der neuen Anleihe günstig, meint Johannes Rudolph, Analyst bei HSBC Trinkaus. Gestern geriet der ausstehende Bond nur leicht unter Druck, weil Anleger in ihren Portfolios Platz für das neue Papier machten. Bis zum späten Nachmittag gab es laut Bankern für die neue Anleihe Kaufaufträge über neun Milliarden Euro.

Investoren hatten sich darauf eingestellt, dass Spanien am Donnerstag die aktuelle knapp zehnjährige und die 15-jährige Anleihe aufstockt und die neue Anleihe erst später in diesem Monat platziert. Die Aufstockungen sagte Madrid gestern ab. "Dieses Vorgehen ist üblich, kaum ein Land begibt in einer Woche neue Anleihen via Bankensyndikat und stockt gleichzeitig Anleihen in einer Auktion auf", meint Rudolph.

Bei syndizierten Anleihen verkaufen ausgewählte Banken Bonds zu einem einheitlichen Preis direkt an Investoren; bei Aufstockungen geben viele Banken Gebote ab, zu denen sie die Anleihe ersteigern und dann erst an Anleger weiterverkaufen. Die Platzierung im Syndikat gilt als der sicherere Weg, um Investoren zu finden. Das Mandat für die neue Anleihe teilten sich Barclays, BBVA, BNP Paribas, Citigroup, Santander und Société Générale.

Kommentare (6)

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Xavi

17.01.2011, 20:56 Uhr

Gleich kommen die Klugen und werden behaupten, die EZb habe die Anleihen gekauft.

bauagent

17.01.2011, 21:22 Uhr

Natürlich hat die ECb die Anleihen nicht gekauft. Dennoch muss man konstatieren, dass das trickreiche Platzieren bereits begonnen hat.

Man sollte sich Gedanken darüber machen, warum angekündigte Angebote zurückgezogen werden und die bonds momentan an Direktinvesstoren vergeben werden.

Vertrauenserweckend ist das genauso wenig, wie die vor Tagen begebenen Anleihen, die im Nebulösen offenbar tatsächlich bei der ECb gelandet sind.

Wenn die spanischen Verflechtungen mit Portugal und deren völlig überbewerteten 1.1 Millionen leerstehenden immobilien auf die Agenda kommen, ja dann kommt die Abrechnung und Angela Merkel wird uns verkaufen müssen, dass das Geld noch nicht verfrühstückt wurde, sondern nur bürgschaften herausgelegt werden. Wir werden sehen was passiert. im Moment läuft noch alles in Richtung Abgrund!

Thomas Melber, Stuttgart

17.01.2011, 23:00 Uhr

Sehen wir es positiv: sollten die spanischen Caixas die faulen Hypothekenkredite weiterreichen und dann Deutschland als Gläubiger auftreten kommen wir zu spanischen immobilien. Die kann man dann ja unter den deutschen Steuerzahlern verlosen.

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