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05.01.2011

09:31 Uhr

Umfrage

Staatsanleihen aus Deutschland sind zweite Wahl

Deutsche Anleihen verlieren weiter an Attraktivität. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Fondsverwaltern, bei denen sich die kritischen Stimmen mehren. Für die Schuldnerländer in der Euro-Zone bleibt die Lage damit kritisch.

Deutschland hat mehr Geld als andere Länder zugesagt, um schuldengeplagte Euro-Staaten wie Irland zu retten. dpa

Deutschland hat mehr Geld als andere Länder zugesagt, um schuldengeplagte Euro-Staaten wie Irland zu retten.

HB/Bloomberg FRANKFURT. "Unser Fonds hält woanders Ausschau nach einem sicheren Hafen", sagte Christoph Kind, Leiter Asset Allocation beim Frankfurt Trust. Die Gesellschaft verwaltet rund 16 Milliarden Euro. Legal & General, mit einem Anlagevolumen von 500 Milliarden Dollar, favorisiere Anleihen aus den Niederlanden und Finnland gegenüber Bundesanleihen, berichtet deren Vermögensverwalter Jonathan Cloke. Anleihen der drei Länder werden von den Ratingagenturen gleichermaßen erstklassig benotet.

Deutschland hat mehr Geld als andere Länder zugesagt, um schuldengeplagte Staaten wie Irland zu retten. "Wenn man sich die Gesamtkonstellation ansieht, dann bürgt Deutschland letzten Endes für die gesamte Region", sagt Robin Marshall, Manager bei Smith & Williamson Investment Management in London. "Man muss sich fragen, warum die Bund-Renditen so viel niedriger sind als die anderer Länder. Sie spiegeln das Risiko nicht vollständig wider." Für Andre de Silva, Leiter der Zinsanalyse Asien-Pazifik bei HSBC in Hongkong, dürften die Bundesanleihen ihren Status als "goldene Benchmark" verlieren. Je länger der Weg der Rettungsaktionen fortgesetzt werde und je mehr Deutschland dazu beitrage, desto weniger könnten deutsche Staatspapiere als risikofreie Anlagen betrachtet werden.

Die Lage bei den Anleihen der schwachen Euro-Länder hat sich auch zum Jahresanfang nicht entspannt. Es gibt kaum Käufer, und entsprechend liegen die Renditen weiter in der Nähe ihres im November erreichten Rekordhochs. Für die Schuldnerländer in der Euro-Zone bleibt die Lage damit kritisch. Andrew Bosomworth vom Anlagehaus Pimco zieht daraus jetzt die Konsequenz und erklärt in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass Pimco kein Geld mehr in portugiesische, irische oder griechische Anleihen investieren werde.

Kommentare (2)

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Gastkritiker

05.01.2011, 13:00 Uhr

"Andrew bosomworth vom Anlagehaus Pimco ...erklärt...dass Pimco kein Geld mehr in portugiesische, irische oder griechische Anleihen investieren werde."

Aber amerikanische Staatsanleihen werden weiterhin gerne genommen, auch wenn die Neuverschuldung der USA gegenwärtig um 2 billionen Dollar jährlich wächst?

Es ist schon merkwürdig das solche "Finanzexperten" zwar nicht in der Lage sind eine Jahundert-Wirtschaftskrise zu erkennen wenn Sie mittendrin stecken, gleichzeitig aber anscheinend beliebig schwer nachvollziehbare "Expertisen" absondern wollen.

Vielleicht wäre es an der Zeit die Verbindungen und Abhängigkeiten der lautesten Eurokritiker mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und da mit unserem Wohlstand auch die demokratische Grundordnung in Gefahr ist könnte das auch Aufgabe des Staatschutzes sein...in diesem Zusammenhang erwarte ich gespannt die angekündigte Veröffentlichung von Wikileaks zur bankenkrise...

wildthing

06.01.2011, 11:42 Uhr

Wer verdient an Stimmungsmache?

Warum muss in deutschen Wirtschaftsblättern eigentlich die Stimmungsmache von angelsächsischen interessengeleiteten sogenannten Experten immer so groß aufgebauscht werden? Ein bißchen kritische Würdigung solcher Kommentare im Sinne wer verdient woran, wäre wünschenswert. Erstaunlicherweise ist nicht ein einziger positiv gestimmter investor zu Wort gekommen - warum wohl? Die Anleihen werden weiterhin gekauft und sind mit AAA weit entfernt von "2. Wahl" wie die tendenziöse Überschrift versucht zu verunsichern.

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