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25.12.2013

14:34 Uhr

Umfrage unter Volkswirten

Fed könnte Anleihekauf stoppen

Die US-Notenbank könnte bis Dezember 2014 ihr Anleihekaufprogramm vollständig eingestellt haben, zumindest nach der Prognose mehrerer Volkswirte. Die Bedingung: Die amerikanische Wirtschaft spielt mit.

Ein Börsenmakler an der New York Stock Exchange. Die Geldflut der Fed beflügelte die Aktienmärkte. Nun werden die Schleusen langsam geschlossen. dpa

Ein Börsenmakler an der New York Stock Exchange. Die Geldflut der Fed beflügelte die Aktienmärkte. Nun werden die Schleusen langsam geschlossen.

Die Federal Reserve wird aller Wahrscheinlichkeit nach ihre monatlichen Anleiheaufkäufe in Schritten von jeweils 10 Milliarden Dollar über die nächsten sieben Treffen reduzieren - bevor das Programm dann im Dezember 2014 auslaufen dürfte. Davon gehen Volkswirte aus, die an einer Bloomberg-Umfrage teilgenommen haben.

Vergangene Woche hatte der Offenmarktausschuss angekündigt, ab Januar die monatlichen Aufkäufe von 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar reduzieren zu wollen. Damit nähern sich die wohl beispiellosen Konjunkturmaßnahmen, die die Amtszeit von Fed-Chef Ben S. Bernanke prägten, ihrem Ende.

Der Ausschuss hatte nach der jüngsten Entscheidung gesagt, er werde die Aufkäufe „in weiteren maßvollen Schritten bei künftigen Treffen” drosseln, falls sich die Wirtschaftserholung so fortsetzt, wie dies von der Notenbank erwartet wird. Bei einer Pressekonferenz am 18. Dezember erklärte Bernanke, die Fed werde womöglich ihre Aufkäufe pro Zusammenkunft um jeweils etwa 10 Milliarden Dollar nach unten korrigieren.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

„Falls wir Fortschritte machen mit Blick auf Inflation und fortgesetzten Arbeitsplätze-Zuwachs, dann stelle ich mir vor, dass wir - wahrscheinlich bei jedem Treffen - mit einer maßvollen Reduzierung weitermachen”, sagte Bernanke. Falls sich die Wirtschaft verlangsame, könne die Fed „ein oder zwei Treffen auslassen” - und falls sich die Wirtschaft beschleunige, könne der Aufkaufvolumen „etwas schneller” sinken.

Solch vorhersehbare Schritte passen zu Bernankes Streben nach mehr Transparenz und Offenheit der Fed, sagte Dana Saporta, Volkswirtin bei Credit Suisse Group. „Das würde das Drama vermeiden, bei jedem Treffen zu einem Konsens finden zu müssen”, erklärte Saporta gegenüber Bloomberg News.

Am Freitag hatte es überraschend starke Konjunkturdaten gegeben. Das US-Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 4,1 Prozent gewachsen - stärker als in der ersten Schätzung angenommen.

Auch vom Arbeitsmarkt gab es zuletzt positive Signale. Die Arbeitslosenquote war im November auf sieben Prozent gefallen. Es handelte sich um das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Arbeitgeber hatten die Anzahl der Beschäftigten in dem Monat um 203.000 ausgedehnt – mehr als vorab vom Markt erwartet. Im Oktober 2009, während der Rezession, waren noch zehn Prozent der Amerikaner ohne Arbeit. Und im Mai 2007, vor der Finanzkrise, lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Die Inflation, gemessen an Ausgaben für den persönlichen Konsum, lag im Oktober bei 0,7 Prozent. Die Quote befindet sich damit bereits seit fast eineinhalb Jahre unter der Zielvorgabe der Fed von zwei Prozent.

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