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08.03.2012

11:33 Uhr

Umschuldung

Kleinanleger sollten Bond-Umtausch ablehnen

VonLaura de la Motte, Anke Rezmer, Gerd Höhler

Finanzexperten empfehlen Kleinanlegern, das griechische Umtauschangebot abzulehnen. Stattdessen sollte auch ein Verkauf der Anleihen erwogen werden. Es sei denn, die Papiere haben noch lange Restlaufzeiten.

Griechische Finanzminister Evangelos Venizelos. dpa

Griechische Finanzminister Evangelos Venizelos.

Düsseldorf, AthenAlle Kleinanleger, die griechische Anleihen besitzen, haben in den vergangenen Tagen Post von ihrer Depotbank bekommen. In dem Schreiben werden sie freundlich gebeten, auf einen Teil des angelegten Geldes zu verzichten und ihre Bonds umzutauschen. Denn Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos hatte angekündigt, dass auch Kleinsparer grundsätzlich am Schuldenschnitt seines Landes beteiligt werden sollen. In deren Depots liegen nach Einschätzung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zwar nur so geringe Summen, dass ihre Teilnahme nicht ausschlaggebend für den Erfolg des "Hair-Cuts" sein wird. Doch ist ein großer Personenkreis betroffen, allein in Griechenland sind es etwa 11 000 Kleinanleger. Und viele fragen sich, wie sie sich kurz vor Ablauf der Frist für das Umtauschangebot verhalten sollen.

Kleinanleger

"Unsere Berater haben unseren Kunden empfohlen, sich nicht am Umtausch zu beteiligen", heißt es bei der Commerzbank. Vorher sollten die Anleger auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen wie einen Verkauf ihrer Anleihen über die Börsen. Dieser ist mittlerweile allerdings nicht mehr möglich, denn am Montag stellten zunächst Düsseldorf, München und Stuttgart den Handel mit allen Griechen-Bonds, für die das Umtauschangebot gilt, "bis auf weiteres" ein. Am Dienstag folgten Berlin und Frankfurt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) empfiehlt eine Teilnahme am Schuldenschnitt nur bei Anleihen, die noch längere Restlaufzeiten haben.

"Für diese Anleger könnte der Umtausch trotz Kapitalschnitt aus zwei Gründen für mehr Sicherheit sorgen", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Zum einen seien die neuen Bonds nach britischem Recht zu beurteilen und damit gegen weitere Änderungen der Anleihebedingungen besser abgesichert. Zum anderen seien 15 Prozent des Nennwerts der neuen Bonds über Anleihen des Rettungsschirms EFSF abgesichert, für die vor allem die starken Euro-Länder bürgten.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

08.03.2012, 13:14 Uhr

Ich sehe soeben im griechischen TV, dass sich die griechischen großen Versicherungen (Polizei, Militär, Feuerwehr, Beamte, Bauern, etc.) selbst NICHT am Schuldenschnitt beteiligen wollen.
Ich fasse es nicht.

Roland

08.03.2012, 14:27 Uhr

Bis 2010 bereits 140 Mrd. EURO für Infrastruktur und Investitionen in den Sand gesetzt. Von den letzten 130 Mrd. EURO ist auch nichts mehr übrig. Von was soll Griechenland dann die Schulden begleichen? Wer macht noch Urlaub in Griechenland? Wir werden als Nazi verunglimpft. Es ist doch egal, Griechenland ist nicht mehr zu retten. Alle Hilfsmaaßnahmen zu Restrukturierung des Staatswesens hat Griechenland abgelehnt. Warum arbeiten, wenn das EU-Geld weiter fliesst?

kostas

08.03.2012, 14:28 Uhr

ach so... verstehe schon... Augenwischerei...
ich habe Ihren Kommentar auch in einem anderen Artikel gerade gelesen...

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