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17.10.2014

14:24 Uhr

Umstrittenes Kaufprogramm

Mögliche EZB-Geldflut beflügelt Anleihen

Die Europäische Zentralbank könnte der Konjunktur unter die Arme greifen und Wertpapiere kaufen. Das Kaufprogramm ist allerdings höchst umstritten. Doch Anleger warten nicht lange und greifen bereits zu.

EZB-Präsident Mario Draghi. Anleger hoffen auf neue Geldspritzen der Zentralbank. dpa

EZB-Präsident Mario Draghi. Anleger hoffen auf neue Geldspritzen der Zentralbank.

FrankfurtIn der Hoffnung auf milliardenschwere Hilfen der Europäischen Zentralbank sind Anleger am Freitag wieder in südeuropäische Staatanleihen eingestiegen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen griechischen Papiere auf 7,826 Prozent. Am Vortag waren sie zeitweise auf mehr als neun Prozent gestiegen, weil es Spekulationen um vorgezogene Neuwahlen gab und viele Investoren den geplanten vorzeitigen Rückzug Griechenlands aus dem europäischen Rettungsprogramm skeptisch sehen.

„Der Kurssturz der südeuropäischen Anleihen in den vergangenen Tagen erhöht die Wahrscheinlichkeit von QE“, sagte ein Bond-Händler. Mit QE oder Quantitative Easing bezeichnen Börsianer Wertpapierkäufe von Notenbanken, mit denen diese zusätzliches Geld in die Finanzmärkte pumpen, um der Konjunktur unter die Arme zu greifen. Seit der Finanzkrise haben die Notenbanken der USA, Großbritanniens und Japans zu diesem Mittel gegriffen.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

Die Anleihen anderer südeuropäischer Staaten, die im Sog der griechischen Titel ebenfalls nachgegeben hatten, gingen am Freitag ebenfalls auf Erholungskurs. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Titel ging auf 2,52 Prozent von 2,58 Prozent am Vortag zurück. Die vergleichbaren spanischen Papiere rentierten bei 2,173 (2,218) Prozent.

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